Camponotus micans kaufen – Ameisenkolonie | Antomas
Camponotus micans kaufen – Ameisenkolonie | Antomas

Camponotus micans

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Schwarzer Samt, der in der Sonne aufglüht. Camponotus micans, „die Funkelnde“, hütet ein Geheimnis: Ihre Haut ist matt, und der silberne und goldene Glanz auf ihrem Gaster stammt von Tausenden feiner Härchen. Als iberische Cousine der großen C. cruentatus und eine der nur zwei Myrmosericus der Halbinsel herrscht sie über die trockenen Wiesen und steinigen Hänge des Südens, zwischen Europa und dem Maghreb. Monogyn, robust und völlig harmlos, lebt sie im Takt des Mittelmeers: Sommer voller Hitze, Winter voller Ruhe. Eine der dankbarsten heimischen Camponotus für Neulinge. Gründungsköniginnen mit Brut. Versand in ganz Europa, Lebendankunft garantiert.

Kolonie

 

Schwierigkeit: 1/5 – Anfänger

Rossameise von der Iberischen Halbinsel, schwarz und matt, mit einem Gaster, über den sich feine, silbern und golden funkelnde Härchen ziehen. Mit C. cruentatus teilt sie die Untergattung Myrmosericus, die auf der Halbinsel keine weitere Art hat. Sie kommt als begattete Gründungskönigin, schon mit Brut; pro Nest gibt es nur eine Königin, die ihre ersten Töchter ohne Hilfe aufzieht. Gegründet wird im Qbik Wild, danach geht es in die Alpha-Reihe. Sie mag 24–28 °C mit einer wärmeren Ecke, ein trockenes Nest, eine Nektartränke, die nie leer wird, und reichlich Insekten. Winterpause (Diapause): etwa drei Monate bei 12–15 °C. Sie läuft Wände hoch: Bremsen Sie sie mit Mineralöl oder Talkum.

Camponotus micans (Nylander, 1856) ist eine große Rossameise mit Arbeiterinnen verschiedener Größen, beheimatet im Süden der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine gewöhnliche schwarze Ameise, doch ein einziger Sonnenstrahl genügt, und ihr Gaster leuchtet mit Bändern aus silbernen und goldenen Härchen auf. Daher ihr Name: micans bedeutet auf Lateinisch „die Funkelnde“.

Sie ist auf der Iberischen Halbinsel heimisch, liebt die Wärme und bewohnt trockene Wiesen und sonnige, steinige Flächen. Wer mit Camponotus anfängt, trifft mit ihr eine sehr gute Wahl: gelassen, beim Futter überhaupt nicht wählerisch und mit einem Jahreskalender, den das Mittelmeerklima vorgibt. Da ihre Biologie kaum erforscht ist, geben wir in jedem Abschnitt an, ob eine Angabe aus der Fachliteratur, aus der Erfahrung anderer Halter oder aus unseren eigenen Kolonien stammt.

Biologie

„Die Funkelnde“: ein Name für einen Lichtblitz

Beschrieben wurde sie 1856 von dem finnischen Naturforscher William Nylander, als Formica micans, anhand von Arbeiterinnen, die in Algerien gesammelt worden waren. Nylander ist heute vor allem als einer der großen Flechtenkundler des 19. Jahrhunderts bekannt, widmete aber zuvor einen guten Teil seiner Arbeit den Ameisen.

Micans ist das Partizip Präsens des lateinischen Verbs micō, „funkeln“ oder „flimmern“, mit dem lateinische Autoren das Blinken der Sterne beschrieben. Ob Nylander seine Wahl begründet hat, wissen wir nicht, aber es genügt, eine Arbeiterin in der prallen Sonne laufen zu sehen, um sie zu verstehen.

Heute lautet ihr vollständiger Name Camponotus (Myrmosericus) micans, und dort belässt sie auch die Revision der Untergattungen von Camponotus von Ward und Boudinot (2021). 1939 wurde zudem eine Unterart beschrieben, C. micans asniensis Santschi, nach Exemplaren aus den Bergen des marokkanischen Atlas.

Sie glänzt, ohne glänzend zu sein

Das ist ihre große Besonderheit. Unter der Lupe glänzt ihre Haut, die Kutikula, überhaupt nicht: Sie ist matt, weil sie von einer netzartigen Mikroskulptur überzogen ist, einem äußerst feinen Geflecht aus Erhebungen, das das Licht streut, statt es zu spiegeln. Der Glanz stammt von der Pubeszenz: einer dichten Schicht kurzer, anliegender, gelblicher Härchen, die zusammen silbern wirken.

Am Gaster, an den Übergängen zwischen den Segmenten, sind diese Härchen länger und liegen quer, sodass der Hinterleib wie gestreift erscheint, mit Bändern, die je nach Lichteinfall aufleuchten und verblassen. In unseren Kolonien reicht der Glanz je nach Tier und Beleuchtung von Silber bis Gold.

Ihre Nachbarinnen aus der Untergattung Tanaemyrmex, etwa C. barbaricus oder C. sylvaticus, machen genau das Gegenteil: Sie haben eine glatte, glänzende Kutikula, wie lackiert, und kaum Haare auf dem Gaster. C. micans hat eine stumpfe Haut und einen „geliehenen“ Glanz.

Wozu dient diese Behaarung? Man ist versucht, sie mit der von Cataglyphis bombycina aus der Sahara zu vergleichen: 2015 zeigte eine in Science veröffentlichte Studie, dass deren im Querschnitt dreieckige Haare das Sonnenlicht reflektieren und helfen, Wärme abzustrahlen. Bei C. micans hat das niemand untersucht, und ihre feinen, anliegenden Härchen haben nicht denselben Aufbau, daher bleibt ihre Funktion ein schönes Rätsel.

Die iberische Cousine von C. cruentatus

Nur zwei Camponotus der Iberischen Halbinsel gehören zur Untergattung Myrmosericus: C. micans und C. cruentatus, wie García (2025) in seiner Arbeit über die Camponotus im Nordwesten der Halbinsel festhält. Die Myrmekologen Gómez und Espadaler sprechen von der „cruentatus-Gruppe“ und erkennen sie an Merkmalen, die beide Arten teilen:

  • Clypeus, die Platte über den Mandibeln, mit einem Mittelkiel und einem Vorderrand in Form eines rechteckigen Lappens.
  • Mandibeln, bewehrt mit 7 oder 8 Zähnen.
  • Matter Körper und stark pubeszenter Gaster, samtig im Aussehen.

Sie sind Cousinen, lassen sich aber gut unterscheiden. C. cruentatus hat den hinteren Teil des Thorax und den vorderen Teil des Gasters orange oder blutrot. C. micans ist vom Kopf bis zum Gaster schwarz, und was sie verrät, ist der Glanz, nicht die Farbe.

In einer Gattung, die über tausend Arten zählt, ist es riskant, sich auf Ähnlichkeit zu verlassen. Schon der Titel der Arbeit von Ward und Boudinot spricht vom „Ringen mit der Homoplasie“, also mit Merkmalen, die sich ähneln, weil sie mehrmals unabhängig voneinander entstanden sind, und nicht wegen Verwandtschaft. Deshalb wird die Untergattung unter der Lupe entschieden.

Zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers

C. micans lebt auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar. In Europa besiedelt sie vor allem die südliche Hälfte der Iberischen Halbinsel: Andalusien, Südportugal, Extremadura, La Mancha, Madrid und die spanische Ostküste. Im internationalen Portal für Biodiversitätsnachweise GBIF ballen sich viele der portugiesischen Daten an der Algarve. Außerhalb der Halbinsel lebt sie auf Sizilien und in Kalabrien sowie im Maghreb: Marokko, Algerien und Tunesien. García (2025) beschreibt sie als weit südlicher verbreitet als C. cruentatus, und es gibt keine Nachweise aus Galicien oder von den Balearen.

Gelegentlich liest man, sie sei „ursprünglich aus Afrika“. Nichts stützt das: Sie ist an beiden Ufern heimisch, und dass sie nach algerischen Arbeiterinnen beschrieben wurde, ist ein Zufall der Wissenschaftsgeschichte, kein Hinweis auf ihre Herkunft.

Ihr Klima. Zu Hause ist sie im warmen Mittelmeerklima, mit langen, trockenen Sommern, in denen die mittleren Julimaxima im Tiefland des Südens über 32–36 °C liegen, und milden Wintern mit Mittelwerten von etwa 10–13 °C zwischen Dezember und Februar. Dieser kurze, gemäßigte Winter erklärt die Ruhephase, die wir empfehlen: etwa drei Monate bei 12–15 °C, ohne extreme Kälte (siehe „Diapause: ein Winter des Südens“).

Eine Ameise, die nach Sonne verlangt

Ihr Tagesrhythmus in der Natur ist noch nicht untersucht, aber alles deutet auf eine thermophile Art hin, die Wärme braucht, um aktiv zu sein. Populärwissenschaftliche Quellen setzen ihre optimale Aktivität oberhalb von etwa 25 °C an, und wenn es kalt wird, verschwindet sie unter der Erde. Wer sie hält, erlebt sie tagaktiver als viele andere Rossameisen. Ihre Cousine C. cruentatus ist dagegen untersucht: In Katalonien wurde sie im Frühling und im Herbst tagsüber aktiv beobachtet.

Sonnenliebe zahlt sich aus. Xim Cerdá und Javier Retana stellten fest, dass unter den Ameisen mediterraner Böden das Thermometer entscheidet, wer frisst: Bei mäßiger Wärme geben wenige dominante Arten den Ton an, doch in den glühendsten Stunden ziehen sie sich zurück, und die hitzefesten Arten stoßen in die Lücke. Sie nannten das die „thermische Störung“ der Hierarchien. C. micans kommt in diesen Studien nicht vor, aber sie helfen zu verstehen, wie sich eine Sonnenameise auf einer Wiese voller Konkurrentinnen durchsetzt.

Ein Zuhause unter dem Stein

Sie lebt an trockenen, warmen, offenen Standorten: Wiesen, Trockenrasen, Lichtungen im Buschland und steinigen Flächen. Laut naturkundlichen Quellen richtet sie sich meist unter einem Stein ein; Holz nutzt sie selten, und manche Halter erwähnen Nester, die direkt in die Erde gegraben sind.

Der Stein ist kein Zufall. Eine flache Platte in der Sonne erwärmt sich schnell und hält die Wärme stundenlang, und der Boden darunter bleibt feuchter als an der freien Luft. Viele mediterrane Ameisen nutzen diesen natürlichen „Heizkörper“ für ihre Brut. Sie werden es im Formicarium sehen: Die Kolonie trägt ihre Larven in die wärmste Ecke.

Honigtau, Blattläuse und ein Bakterium des Vertrauens

Ihre Ernährung in der Natur wurde nie untersucht, aber Camponotus beziehen einen großen Teil ihrer Energie aus Honigtau, der zuckerhaltigen Flüssigkeit, die Blattläuse, Schildläuse und andere Pflanzensaftsauger ausscheiden, und ihre Cousine C. cruentatus ist eine gut dokumentierte Blattlaushüterin. Diesen Austausch nennt man Trophobiose: Die Ameise „melkt“ diese Insekten und schützt sie im Gegenzug vor Räubern und Parasiten. Eine klassische Übersichtsarbeit von 2005 erinnert daran, dass der Handel nicht festgelegt ist, sondern davon abhängt, wie viel Honigtau es gibt und welche andere Nahrung die Ameisen finden.

Eine so zuckerreiche Ernährung hat einen Trick. Das Geheimnis ist ein Bakterium, Blochmannia, das alle Camponotus in bestimmten Darmzellen beherbergen und das die Königin über das Ei an ihre Nachkommen weitergibt. 2007 zeigten Arbeiten an C. floridanus, dass es essenzielle Aminosäuren herstellt, die die Ameise nicht selbst bilden kann, und Stickstoff wiederverwertet: Mit durch Antibiotika verringerten Bakterien zogen die Kolonien bei magerer Kost deutlich weniger Brut auf. Trotzdem ist das keine Ausrede, an Insekten zu sparen: Die Larven brauchen Protein zum Wachsen (siehe „Fütterung“).

Eine Säurewaffe statt eines Stachels

Sie gehört zu den Schuppenameisen, einer Unterfamilie, die ihren Stachel verloren hat. Am Ende des Gasters öffnet sich die Acidopore: Dort tritt das Gift aus, vor allem Ameisensäure. Fühlt sie sich angegriffen, beißt sie und krümmt den Gaster nach vorn, um die Säure zu versprühen.

Die Säure hat noch einen anderen Zweck. 2020 berichtete ein Team in eLife, dass diese Ameisen einen Teil ihrer eigenen Säure aufnehmen: Bei der Körperpflege führen sie die Acidopore zum Mund und halten so den Kropf stark sauer, jenen gemeinsamen Vorratsbehälter für die Nahrung, die sie später weitergeben, und filtern damit Mikroben heraus. Die Versuche liefen mit C. floridanus und anderen Arten der Unterfamilie. Wenn Sie eine gekrümmte Arbeiterin sehen, die an ihrer Hinterleibsspitze knabbert, ist sie nicht krank: Sie desinfiziert sich.

Eine Königin für jede Kolonie

Weder in der Natur noch in Gefangenschaft wurde je ein Nest von C. micans mit mehr als einer Königin beschrieben: Alle Halter behandeln sie als monogyn. Das ist zu erwarten. 2014 werteten Boulay und Kollegen fast 150 paläarktische Arten aus und kamen zu dem Schluss, dass Monogynie der Ausgangszustand ist und mehrere Königinnen meist mit riesigen Gesellschaften einhergehen.

Die Gründung ist claustral. Nach dem Hochzeitsflug verliert die Königin ihre Flügel und mauert sich in einer Kammer unter einem Stein ein. Dort ernährt sie ihre ersten Larven, indem sie ihre eigenen Reserven aufbraucht: Fett und die nun nutzlose Flugmuskulatur. 1989 vermaßen Keller und Passera Königinnen zahlreicher Arten und stellten fest, dass claustral gründende schwerer sind und mehr Lipide speichern als solche, die auf Arbeiterinnen angewiesen sind.

Wie groß wird eine Kolonie? Wissenschaftliche Daten gibt es nicht. Halter sprechen von einigen hundert Arbeiterinnen, ein Händler von etwa tausend. Bei Antomas sehen wir, dass sie, gut gepflegt und mit viel Protein, ziemlich groß werden können.

Hochzeitsflüge: ein Kalender, der noch zu entschlüsseln ist

Die veröffentlichten Beobachtungen widersprechen sich: Manche verlegen die Flüge in den späten Frühling oder Frühsommer, in warme, feuchte Nächte, andere in den Spätsommer, oft nach einem Gewitter. Keine Studie hat die Monate festgelegt. Sollten Sie einmal eine geflügelte Königin von C. micans finden, notieren Sie Datum, Uhrzeit und Wetter: Diese Angabe fehlt noch.

Eine Königin, die nur zwei oder drei Jahre lebt? Ein Mythos

In einem Forum wurde einmal behauptet, die Königin von C. micans lebe nur zwei oder drei Jahre. Dafür gibt es keine Quelle, und es passt nicht zur Gattung. Ameisenköniginnen gehören zu den langlebigsten Insekten und leben weit länger als ihre Arbeiterinnen: Bei Camponotus lebte eine australische Königin, die Caryl und Edna Haskins hielten, 23,2 Jahre. Die Lebensdauer von C. micans hat niemand gemessen, aber eine gut gepflegte Königin ist eine Begleiterin für viele Jahre, nicht für zwei Winter.

Größe und Morphologie

Große, polymorphe Rossameise ohne Stachel. Eine zugängliche moderne Beschreibung haben wir nicht gefunden, deshalb fassen wir hier die Merkmale aus iberischen und nordafrikanischen Bestimmungsschlüsseln und unsere eigenen Beobachtungen zusammen.

  • Farbe. Ganz schwarz: Kopf, Thorax, Gaster und Beine. In unseren Kolonien ist alles schwarz bis auf die silbernen oder goldenen Haarbänder des Hinterleibs.
  • Oberfläche. Matt, wegen der netzartigen Mikroskulptur.
  • Pubeszenz. Dicht auf dem Gaster, aus gelblichen Härchen, die silbern wirken und an den Segmentübergängen länger sind und quer liegen.
  • Kopf. Clypeus mit Kiel und rechteckigem Lappen, dazu sieben oder acht Zähne an jeder Mandibel. Bei den Majors ist der Kopf viel wuchtiger und breiter als bei den Minors.
  • Kasten. Ausgeprägter Polymorphismus, mit Minors, Medias und Majors. Die Majors sind kräftig und erreichen fast die Größe der Königin.
  • Königin. Schwarz und matt, mit reichlich gelblichen Härchen auf Kopf und Gaster.
  • Männchen. Keine zugängliche Beschreibung gefunden.

So erkennen Sie sie

  • Im Vergleich mit C. barbaricus, C. sylvaticus und anderen Tanaemyrmex: Diese schimmern, tragen kaum Haare auf dem Hinterleib und oft einen rötlichen Thorax.
  • Im Vergleich mit C. vagus: Die andere große schwarze Rossameise gehört zu einer anderen Untergattung, ist mit langen, abstehenden Haaren bedeckt und nistet in Holz.
  • Im Vergleich mit der C. lateralis-Gruppe: Das sind mittelgroße Arten, deren größte Arbeiterinnen etwa 7 mm nicht überschreiten, ohne nahe Verwandtschaft.
  • Im Vergleich mit C. haroi: Im iberischen Schlüssel fehlt den Minors von C. micans eine deutliche Einsenkung zwischen Thorax und Propodeum, und ihr Gaster ist viel stärker pubeszent.

Maße

Die Größen der einzelnen Kasten von C. micans haben wir in keiner zugänglichen wissenschaftlichen Quelle gefunden. Von Shop zu Shop und von Haltungsbericht zu Haltungsbericht gehen die Werte so weit auseinander, mit Königinnen von 11 bis fast 20 mm, dass wir darauf verzichten, sie zu nennen. Der nächstliegende wissenschaftliche Bezugspunkt ist der ihrer Cousine: Arbeiterinnen von C. cruentatus erreichen 13 mm, so García (2025). Was Sie zu Hause sehen werden: Die ersten Töchter der Königin schlüpfen winzig, und jede neue Generation fällt etwas größer aus als die vorige.

Haltung

Schwierigkeit: 1/5 – Anfänger

Kaum eine Camponotus ist so unkompliziert; sie ist der ideale Einstieg in die heimischen Arten:

  • Sie steckt viel weg: Sie stammt aus glühend heißen Sommern und milden Wintern.
  • Ihre Diapause macht keine Mühe: Eine kühle Ecke im Haus oder ein Weinkühlschrank genügt, ganz ohne normalen Kühlschrank.
  • Beim Futter ist sie anspruchslos: Nektar und jedes Insekt passender Größe.
  • Sie ist ruhig und für Menschen ungefährlich.

Was sie verlangt, ist Wärme in der aktiven Saison, Geduld im ersten Jahr, denn Camponotus starten langsam, und eine gute Barriere. Dafür bietet sie etwas, das nur wenige Ameisen haben: eine Kolonie, die im Licht der Arena funkelt.

Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht

  • Nest: von Frühling bis Herbst 24–28 °C, mit einem wärmeren Ende von 26–30 °C. Halter empfehlen für das Nest 21–28 °C, und einer berichtet, dass die eigene Königin erst bei rund 30 °C zu legen begann: Diese warme Ecke hilft bei der Gründung sehr.
  • Arena: Zimmertemperatur oder etwas darüber, und immer trocken.
  • Feuchtigkeit: gering im Nest. Eine leicht feuchte Ecke genügt, in die die Kolonie die Brut bei Bedarf tragen kann.
  • Wasser: ein volles Reagenzglas mit Wattepfropfen, stets erreichbar dort, wo sie jagen.
  • Licht: Dunkelheit in den Kammern, Helligkeit im Jagdbereich und der natürliche Wechsel von Tag und Nacht.
  • Diapause: etwa 3 Monate bei 12–15 °C; sie beginnt im November oder Dezember und endet im Februar.

Zum Heizen bringen Sie an einer Flanke des Nests eine thermostatgesteuerte Heizmatte oder ein Heizkabel an. So entsteht ein Gefälle, die Kolonie wählt selbst, und Sie ahmen den warmen Stein ihres natürlichen Nests nach. Vermeiden Sie direkte Sonne und Heizkörper. Sehen Sie Kondenswasser oder Schimmel, ist es zu feucht; drängt sich die Brut im feuchten Bereich, ist es zu trocken.

Empfohlene Formicarien

Bei Antomas empfehlen wir, in einem Qbik Wild von Anthouse zu gründen. Sie sind aus Gips, einem Material, das Feuchtigkeit speichert, und ihre Größe ist ideal für eine Königin mit ihren ersten Arbeiterinnen. Der Qbik Wild One P 1C mit mittelgroßen Galerien ist der richtige für den Anfang.

Braucht es vor dem Wechsel der Reihe mehr Platz? Dann sein großer Bruder mit doppelter Kammer.

Hat sich die Kolonie eingelebt, ziehen Sie sie in die Alpha-Reihe um: zuerst den QBIK ONE, später den QBIK DUO, ebenfalls mit mittelgroßen Galerien. Sie sind modular; die Feuchtigkeit kommt über die Röhrchen, und die Kammern bleiben trocken, genau wie diese Art es mag. Außerdem kosten sie weniger und sind leichter, ein echter Vorteil, denn gut gepflegt können diese Kolonien ziemlich groß werden:

Erweitern Sie in dem Tempo, das die Kolonie vorgibt, nie im Voraus: Die leeren Kammern eines überdimensionierten Nests füllen sich am Ende mit Abfall. Der Rest der Einrichtung:

  • Ein Ausbruchsschutz oben in der Arena, aus Mineralöl oder Talkum.
  • Ein trockener Arenaboden, mit etwas Sand und ein oder zwei flachen Steinen, die an ihren Lebensraum erinnern, weit weg von der Barriere.
  • Wasser im Röhrchen, mit seinem Wattepfropfen, und eine eigene Tränke für den Nektar.
  • Wärme an einer Flanke des Nests, mit Thermostat und abseits der Tränke.

Die ersten Wochen mit Ihrer Königin

Wir schicken Ihnen eine begattete Gründungskönigin, schon mit Brut, also mit Eiern, Larven oder Puppen, in einem Röhrchen mit Wasservorrat hinter der Watte. Da sie claustral gründet, muss sie nicht auf Nahrungssuche gehen, um ihre ersten Töchter großzuziehen. Ihre Rolle ist vorerst einfach:

  • Sanfte, gleichmäßige Wärme. Lassen Sie das Röhrchen so, wie es ankommt, in Ruhe und im Dunkeln bei 24–28 °C, mit einem Ende nahe der warmen Zone und nie über 30 °C.
  • Wenig Störungen. Das ist die einzige Phase, in der man sie besser wenig anfasst: Eine bedrängte Königin kann einige ihrer Eier fressen. Ab und zu ein Blick schadet nicht; sie ständig zu bewegen schon.
  • Wasservorrat. Ist er aufgebraucht oder das Röhrchen stark verschmutzt, schütten Sie die Kolonie in ein sauberes um.
  • Ein süßes Tröpfchen. Ab und zu ein Mikrotropfen verdünnter Nektar auf einem Fetzen Alufolie, und nie auf die Watte: Sie würde schimmeln und das Wasser verderben.

Wie lange dauert es bis zur ersten Arbeiterin? Das hängt von der Temperatur ab: Bei europäischen Camponotus dauert die vollständige Entwicklung vom Ei bis zur Arbeiterin normalerweise 6 bis 12 Wochen. Und kommt die Königin im Herbst an, kann die Brut gut bis zum Frühling stillstehen: Bei einer Art mit Diapause ist das normal.

Die ersten Arbeiterinnen sind klein, scheu und empfindlicher als die späteren. Sobald sie schlüpfen, stellen Sie eine kleine Tränke mit Nektar auf und geben zweimal pro Woche ein Stück Beute; was sie nicht fressen, kommt am nächsten Tag raus.

Umzug durch Ausschütten

Wir setzen die Kolonie ins Formicarium um, wenn sie mindestens 5 Arbeiterinnen hat, idealerweise 5–10, und zwar in den Wild One P 1C. Der Umzug erfolgt durch Ausschütten: Wir warten nicht, bis sie sich selbst zum Auszug entschließen.

  1. Halten Sie das Formicarium bereit: Barriere aufgetragen, Wasser angeschlossen und Kammern im Halbdunkel.
  2. Arbeiten Sie über einem Tablett: Entwischt eine Arbeiterin über das Röhrchen oder die Werkzeuge, kommt sie nicht weit.
  3. Entstöpseln Sie das Röhrchen in der Arena, neben dem Nesteingang, und lassen Sie den ganzen Inhalt vorsichtig herausfallen: Königin, Arbeiterinnen und Brut.
  4. Wer drinnen bleibt, wird mit einem Pinsel herausgeschoben.
  5. Schließen Sie und stören Sie sie nicht: Nach kurzer Zeit ist die ganze Brut im Nest.

Der spätere Wechsel in die Alpha-Reihe läuft genauso ab.

Fütterung

Nektar rund um die Uhr. Eine Ameise, die in der Natur vom Honigtau der Blatt- und Schildläuse lebt, darf nie ohne Zucker sein. Servieren Sie ihn in einer Tränke, nicht auf Watte: Mit Nektar getränkte Watte gärt und verschimmelt binnen weniger Tage. Eine gekaufte oder selbstgebaute Tränke ist recht, solange der Tropfen ausgebreitet bleibt, nichts durchtränkt und die Arbeiterinnen gut herankommen. Wechseln Sie die Sorten ab: Blue Sugar, der Nektar von Anthouse, an den meisten Tagen (4–5 pro Woche), und ein anderer Nektar oder Zuckerwasser an den übrigen 1–2. Dem Nektar kann man etwas Protein beimischen.

Insekten, großzügig. Larven wachsen mit Protein, und unsere Regel ist großzügig: Wer die Reste jeden Tag entfernt, kann und sollte mehr geben als nötig, denn eine Kolonie, die Überfluss spürt, legt mehr Eier und wächst früher. Können Sie die Arena nicht oft kontrollieren, verkleinern Sie die Portionen, denn verrottende Reste locken Milben und Pilze an. Einige Ideen:

Bei wenigen Arbeiterinnen genügt Protein zwei- oder dreimal pro Woche, bei vielen täglich oder jeden zweiten Tag. Kaufen Sie die Insekten bei einem vertrauenswürdigen Lieferanten, denn solche, die mit Insektiziden in Berührung kamen, können die Kolonie auslöschen. Und das Wasserröhrchen in der Arena darf nie leer sein.

Wachstum: ein ruhiger Start

Wie fast alle Camponotus startet sie langsam. Das erste Jahr ist das Jahr der Geduld: wenige Arbeiterinnen, viel Brut und eine Königin, die allmählich in Schwung kommt. Ab dem zweiten Jahr, mit Wärme in der aktiven Saison, einer sauber durchgeführten Winterpause und täglich Protein, zeigt sich das Wachstum richtig. Wann bei dieser Art die Majors erscheinen, hat niemand veröffentlicht; bei Camponotus dauert es meist eine Weile, weil die Kolonie zuerst eine gute Zahl Arbeiterinnen braucht. Erweitern Sie, wenn viele Ameisen untätig in der Arena stehen, weil drinnen kein Platz mehr ist.

Diapause: ein Winter des Südens

C. micans braucht eine Ruhepause im Winter, die Diapause. Selbst im wärmsten Süden erreicht die mittlere Lufttemperatur von Dezember bis Februar keine 13 °C, und die Kolonie zieht sich unter ihren Stein zurück. Außerdem sprechen Halter von einer inneren Uhr der Königin, die diese Pause einfordert, selbst wenn Sie sie das ganze Jahr bei 25 °C halten.

Über die Einzelheiten herrscht keine Einigkeit: Manche schlagen eine sanfte Ruhe bei 15–18 °C von Ende November bis Anfang Februar vor, andere dehnen die Kälte auf bis zu fünf Monate bei 12–15 °C aus. Wir bleiben beim Mittelweg: etwa 3 Monate bei 12–15 °C, mit Beginn im November oder Dezember und Ende im Februar.

  • Sanfter Einstieg. Schalten Sie im November die Nestheizung aus und lassen Sie die Temperatur über 2–3 Wochen allmählich sinken.
  • Drei ruhige Monate zwischen 12 und 15 °C: ein ungeheizter Raum, eine Speisekammer oder ein Weinkühlschrank. Nie der normale Kühlschrank.
  • Das Wasserröhrchen bleibt den ganzen Winter an seinem Platz.
  • Minimale Fütterung: etwas Nektar in der Tränke, falls eine Arbeiterin welchen möchte, und keine Insekten. Dass die Brut stillsteht, ist zu erwarten.
  • Ebenso sanfter Ausstieg. Ab Mitte oder Ende Februar die Temperatur wieder über 2–3 Wochen anheben.

Erfahrene Halter bestehen auf einem Punkt: keine Wärme vor der Zeit. Die Königin mitten im Januar aus ihrer Starre zu holen, bringt die Saison nicht voran und kann ihr Leben verkürzen. Wenn Aktivität und Eier zurückkehren, gibt es wieder Insekten.

Verhalten und Beobachtung

Anfangs vorsichtig, später selbstbewusst. In einer jungen Kolonie sind die kleinen Arbeiterinnen schreckhaft und verstecken sich bei jeder hastigen Bewegung. Mit dem Wachstum der Kolonie und dem Auftauchen größerer Arbeiterinnen gewinnt sie an Selbstvertrauen und nimmt die Arena mühelos in Besitz.

Was sich zu beobachten lohnt. Die Brut wandert je nach Temperatur durch das Nest, auf der Suche nach ihrem „warmen Stein“. Achten Sie auch auf die Trophallaxis, wenn zwei Arbeiterinnen einander Futter von Mund zu Mund weitergeben, und auf die Pflege der Acidopore. Und betrachten Sie die Arena bei seitlichem Licht: Dann funkeln die Bänder auf dem Gaster.

Schauen Sie, so oft Sie möchten. Eine Ameisenkolonie ist zum Genießen und Lernen da, nicht dazu, in einem Schrank zu verschwinden: So sehen wir das bei Antomas. Mit dunklen Kammern und gut beleuchtetem Jagdbereich können Sie sie jeden Tag beobachten; vermeiden Sie nur, das Nest zu rütteln oder öfter als nötig einzugreifen.

Warnzeichen:

  • Die Brut stockt mitten in der aktiven Saison: Fast immer mangelt es an Wärme oder an Eiweißfutter.
  • Tropfen an den Wänden, Schimmel oder Milben: zu viel Wasser oder vergessenes Futter.
  • Larven und Puppen an der feuchten Ecke aufgehäuft: Das Nest ist zu trocken geworden.

Damit keine entwischt

Wie alle Rossameisen klettert sie mühelos an Kunststoff und Glas hoch, und C. micans ist keine Ausnahme. Gut gesichert, kommt sie nicht hinaus:

  • Mineralöl oder Talkum am oberen Rand der Arena, ohne Lücken. Tauschen Sie das Öl, wenn es Staub angesetzt hat, und das Talkum, wenn es durch Feuchtigkeit verklumpt.
  • Ein Deckel, der richtig schließt, falls eine die Barriere überwindet.
  • Verbindungen und Stopfen kontrollieren, vor allem beim Wechsel in die Alpha-Reihe und beim Anbau neuer Module.
  • Nichts, das als Brücke taugen könnte, in der Nähe der Barriere, und Ruhe beim Öffnen.

Beißt sie? Sicherheit und Umgang

Keinerlei Risiko. Sie hat keinen Stachel. Eine Arbeiterin, die sich angegriffen fühlt, kann beißen, doch der Biss von C. micans ist schwach, noch schwächer als der der großen Arbeiterinnen von C. cruentatus, und bleibt höchstens ein Zwicken. Sie kann auch etwas Ameisensäure abgeben: Nur wer sehr viele mit den Fingern anfasst, könnte eine kleine Schwiele bekommen, und das wäre übertrieben, denn es kommt fast nie vor.

Zu ihrem Wohl bewegen Sie sie mit einem Pinsel oder einer Pinzette mit weichen Spitzen, nicht mit der Hand. Vermischen Sie keine Kolonien und setzen Sie keine neuen Königinnen in eine Kolonie. Und auch wenn sie heimisch ist, darf eine zu Hause gehaltene Kolonie niemals ausgesetzt werden.

Was Sie vermeiden sollten

  • Zwei Königinnen zusammensetzen oder einer bereits funktionierenden Kolonie eine Königin hinzufügen.
  • Den Nektar auf Watte geben oder die Tränke austrocknen lassen.
  • Nur eine einzige Beuteart füttern oder Reste sich ansammeln lassen.
  • Die Winterpause auslassen, unter null abkühlen oder die Kolonie im Januar wecken.
  • Abrupt von warm zu kalt wechseln oder von kalt zu warm.
  • Das Nest fluten oder eine winzige Kolonie in ein riesiges Formicarium setzen.
  • Vergessen, Öl oder Talkum zu erneuern, oder lockere Verbindungen lassen.
  • Die Kolonie in der Natur freilassen.

Wissenschaftliche Quellen

Für diese Haltungsanleitung sind wir von der wissenschaftlichen Literatur zu Camponotus micans, ihrer Untergattung und ihrer Gattung ausgegangen, von Verbreitungsnachweisen und dem Klima ihres Verbreitungsgebiets sowie von dem, was wir bei Antomas gelernt und andere Halter berichtet haben. Für die iberische Taxonomie haben wir uns außerdem auf die Schlüssel von Gómez und Espadaler (Hormigas ibéricas) und auf García (2025), Arquivos Entomolóxicos 32: 73–79 gestützt. Wichtigste Quellen:

  1. Cagniant, H. (1996). Les Camponotus du Maroc (Hymenoptera: Formicidae): clé et catalogue des espèces. Annales de la Société entomologique de France (N.S.) 32: 87–100. doi:10.1080/21686351.1996.12278857
  2. Ward, P. S. & Boudinot, B. E. (2021). Grappling with homoplasy: taxonomic refinements and reassignments in the ant genera Camponotus and Colobopsis (Hymenoptera: Formicidae). Arthropod Systematics & Phylogeny 79: 37–56. doi:10.3897/asp.79.e66978
  3. Ward, P. S., Blaimer, B. B. & Fisher, B. L. (2016). A revised phylogenetic classification of the ant subfamily Formicinae (Hymenoptera: Formicidae), with resurrection of the genera Colobopsis and Dinomyrmex. Zootaxa 4072: 343–357. doi:10.11646/zootaxa.4072.3.4
  4. Janicki, J., Narula, N., Ziegler, M., Guénard, B. & Economo, E. P. (2016). Visualizing and interacting with large-volume biodiversity data using client–server web-mapping applications: the design and implementation of antmaps.org. Ecological Informatics 32: 185–193. doi:10.1016/j.ecoinf.2016.02.006
  5. Shi, N. N., Tsai, C.-C., Camino, F., Bernard, G. D., Yu, N. & Wehner, R. (2015). Keeping cool: enhanced optical reflection and radiative heat dissipation in Saharan silver ants. Science 349: 298–301. doi:10.1126/science.aab3564
  6. Cerdá, X., Retana, J. & Cros, S. (1997). Thermal disruption of transitive hierarchies in Mediterranean ant communities. Journal of Animal Ecology 66: 363–374. doi:10.2307/5982
  7. Retana, J. & Cerdá, X. (2000). Patterns of diversity and composition of Mediterranean ground ant communities tracking spatial and temporal variability in the thermal environment. Oecologia 123: 436–444. doi:10.1007/s004420051031
  8. Stadler, B. & Dixon, A. F. G. (2005). Ecology and evolution of aphid-ant interactions. Annual Review of Ecology, Evolution, and Systematics 36: 345–372. doi:10.1146/annurev.ecolsys.36.091704.175531
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