Camponotus cruentatus | Kaufen & Haltung | Antomas
Camponotus cruentatus | Kaufen & Haltung | Antomas

Camponotus cruentatus

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In schwarzen Samt gekleidet und mit einem Blutfleck gezeichnet: Das ist Camponotus cruentatus, eine der größten Ameisen der Iberischen Halbinsel, mit Arbeiterinnen von bis zu 14 mm. Im Hochsommer ruht sie nie: Sie bewacht ihr Revier rund um die Uhr, melkt Blattläuse hoch oben in den Kiefern und verteidigt ihren Honigtau mit den Mandibeln gegen jede Rivalin. Sie sät Nieswurz, eskortiert Schmetterlingsraupen und arbeitet, anders als viele ihrer Verwandten, bei hellem Tageslicht vor Ihren Augen. Robust, gefräßig und voller Charakter, mit breitköpfigen Majors. Kolonien mit Königin. Versand in ganz Europa, Lebendankunft garantiert.

Kolonie

 

Schwierigkeit: 2/5 – Anfänger

Eine der größten Ameisen der Iberischen Halbinsel: schwarz, matt und samtig, mit einer orangeroten Gasterbasis, der sie ihren Namen verdankt. Tagaktiv und im Hochsommer rund um die Uhr unterwegs. Kolonien mit Königin: Königin mit 4–7 oder mit 20–40 Arbeiterinnen und Brut, monogyn und mit claustraler Gründung. Qbik Wild für die Gründung und Alpha-Reihe für das Wachstum, Nest bei 24–28 °C, Zucker immer in einer Tränke verfügbar und viel Protein. Diapause von 10–15 Wochen bei 12–15 °C. Sie klettert: Barriere aus Mineralöl oder Talkum. Keinerlei Gefahr für Menschen.

Camponotus cruentatus (Latreille, 1802) ist eine Rossameise des westlichen Mittelmeerraums und eine der Riesen der iberischen Fauna: Ihre größten Arbeiterinnen messen über einen Zentimeter und wirken aus der Nähe, als wären sie mit schwarzem Samt bezogen, mit einem roten Pinselstrich auf dem Hinterleib. Einen etablierten deutschen Namen hat sie nicht; bei Antomas nennen wir sie daher einfach bei ihrem wissenschaftlichen Namen.

Außerdem ist sie eine der wenigen europäischen Camponotus, die man bei hellem Tageslicht arbeiten sehen kann. Ihre Ökologie wurde in den 1980er-Jahren auf einer mediterranen Wiese gründlich untersucht, und aus dieser Arbeit stammen die merkwürdigsten Geschichten dieser Haltungsanleitung: ein Krieg um eine Kiefer und eine Ernährung, mit der niemand rechnen würde. Wie immer trennen wir, was die Wissenschaft sagt, was andere Halter berichten und was wir bei Antomas gelernt haben.

Biologie

„Cruentatus“: die blutbefleckte Ameise

Beschrieben hat sie der französische Naturforscher Pierre André Latreille im Jahr 1802 in seiner Histoire naturelle des Fourmis, unter dem Namen Formica cruentata. Das Epitheton stammt vom lateinischen cruentare, „mit Blut beflecken“, abgeleitet von cruor, dem vergossenen Blut. Was Latreille genau im Sinn hatte, wissen wir nicht, aber man braucht nicht viel Fantasie: Auf einem fast schwarzen Körper trägt der vordere Teil des Gasters einen orangeroten Fleck, als käme die Ameise gerade aus einem Kampf.

Dieser Fleck ist auch der beste Hinweis, um sie im Gelände zu erkennen. Die iberischen Bestimmungsschlüssel beschreiben das Propodeum, den hinteren Teil des Thorax, und die vordere Hälfte des Gasters als gelblich orange. In unseren Kolonien wirken Kopf und Mesosoma schwarz und die Gasterbasis orangerot. Der Farbton schwankt zwischen Arbeiterinnen und zwischen Populationen, doch der Kontrast zwischen dem matten Schwarz und dem roten „Fleck“ bleibt im Gedächtnis.

Eine Riesin im Samtkleid

Für C. cruentatus braucht man keine Lupe. Die Feldstudie von 1988, die wir in dieser Anleitung immer wieder zitieren, maß Arbeiterinnen von 6 bis 14 mm, und eine neuere Übersicht über die iberischen Camponotus beschreibt sie als Art „von großer Gestalt (bis 13 mm) und mattem Aussehen“. Sie gehört damit zu den größten Ameisen der Iberischen Halbinsel und Westeuropas, auch wenn niemand eine Rangliste veröffentlicht hat, die ihr einen genauen Platz zuweist.

Am auffälligsten ist jedoch die Oberfläche. Die Kutikula trägt eine netzartige Mikroskulptur und eine dichte Punktierung, die ihr jeden Glanz nehmen, und der Gaster ist mit einer feinen Pubeszenz bedeckt, die ihn wie Samt aussehen lässt. Das ist das Markenzeichen ihrer Untergattung Myrmosericus, ein Name aus myrmex, „Ameise“, und sericus, „seidig“. Eine Seidenameise mit einem Blutfleck: Nur wenige europäische Arten kleiden sich so elegant.

Verwandt mit C. micans, nicht mit C. barbaricus

In Shops und Foren wird sie oft mit anderen großen, zweifarbigen Camponotus der Iberischen Halbinsel in einen Topf geworfen, etwa mit C. barbaricus. Äußerlich ähneln sie sich: groß, polymorph, schwarz und rot, und sie schwärmen in denselben Sommernächten. Die Verwandtschaft verläuft aber auf einem anderen Weg.

Taxonomen teilen die mehr als tausend Arten der Gattung Camponotus in Untergattungen ein. C. cruentatus gehört zu Myrmosericus Forel, 1912, die auf der Iberischen Halbinsel nur zwei Arten umfasst: sie selbst und C. micans, die schwarze, silbrig behaarte Art des Südens. Beide haben Mandibeln mit 7–8 Zähnen, einen zu einem rechteckigen Lappen verlängerten Clypeusrand und einen matten, behaarten Körper. C. barbaricus dagegen ist eine Tanaemyrmex aus der Untergattung von C. sylvaticus: glänzend und mit fast unbehaartem Gaster.

Die schnelle Faustregel zur Unterscheidung: Ist der Gaster matt, samtig und rötlich gefleckt, ist es C. cruentatus; ist er schwarz und glänzend und der Thorax rot, ist es eine Tanaemyrmex.

Im Hochsommer rund um die Uhr geöffnet

Auf der mediterranen Wiese, auf der sie untersucht wurde, hielten mehrere Ameisenarten die ganze Saison denselben Zeitplan ein: Cataglyphis cursor war streng tagaktiv und C. sylvaticus dämmerungs- und nachtaktiv. C. cruentatus dagegen wechselt die Schicht mit den Jahreszeiten.

  • Frühling: nur tagsüber, mit einem recht gleichmäßigen Rhythmus vom Morgen bis zum Nachmittag.
  • Juni, Juli und August: Die Aktivität dehnt sich nach und nach in die Nacht aus, bis sie alle 24 Stunden abdeckt, was keine andere Ameise des Gebiets tat.
  • Herbst: Sie wird wieder tagaktiv, und ihre Aktivität nimmt langsam ab.
  • November: Die Arbeiterinnen kommen nur noch heraus, um Erde abzutragen und das Nest für den Winter vorzubereiten. Danach kommt die Aktivität im Freien völlig zum Erliegen.

Warum arbeitet sie im Sommer nachts? Die Autoren bringen es mit ihrer Vorratskammer in Verbindung: Die Kiefernlaus, die sie molk, gibt Tag und Nacht ununterbrochen Honigtau ab. Zudem verträgt die Art eine sehr breite Spanne von Bedingungen, und nur Extreme halten sie auf. Unter etwa 15 °C bewegen sich die Arbeiterinnen sehr langsam und kommen nicht mehr heraus. Nach oben endete die Aktivität, als der Boden im Schatten über 33–34 °C stieg, in der Sonne etwa 53–55 °C. An einem Julitag blieb die Kolonie mittags drinnen, und sobald es abkühlte, stürmten innerhalb von zehn Minuten bis zu 58 Arbeiterinnen heraus. Die Art war außerdem Teil einer späteren Studie über die thermischen Grenzen mediterraner Ameisen, in der ihre Aktivität die ganze Saison über Stunde für Stunde verfolgt wurde.

Blattlauszüchterin, eifersüchtig auf ihren Honigtau

Ihre Nahrung ist vor allem flüssig. In jener Studie hatten 82 % der Arbeiterinnen, die ohne Beute zum Nest zurückkehrten, den Kropf voller Flüssigkeit, und nur 5,9 % kamen mit etwas Festem zwischen den Mandibeln zurück. Diese Flüssigkeit war fast immer Honigtau, die zuckerhaltige Ausscheidung der Blattläuse, und die Kolonie wechselte je nach Monat ihren „Hof“:

  • Bis Mitte Juni nutzte sie kaum Blüten oder Blattläuse und besuchte nur gelegentlich die Blüten von Alyssum maritimum.
  • Von Juni bis Ende Juli molken ihre Arbeiterinnen massenhaft die Blattläuse Cinara maritimae an einer nahen Kiefer.
  • Von August bis November wechselte sie zum Fenchel, wo sie Nektar aus den Blüten und Honigtau einer anderen Blattlaus, Aphis fabae, sammelte. Die Besuche am Nektar fanden streng tagsüber statt, weil der Fenchel ihn nur am Tag bildet.

Das Revier dieser Kolonie umfasste 230 m² mit einer Kiefer und 14 Fenchelpflanzen, und ihre Arbeiterinnen verteidigten es mit viel Temperament: Die Autoren beschreiben sie als sehr aggressive Art, die die besetzten Nahrungsquellen für sich beansprucht und gegen alle Eindringlinge verteidigt. Das ist Trophobiose: Ameisen schützen Blattläuse vor Fressfeinden und Parasitoiden und lassen sich den Dienst in Zucker bezahlen, ein Bündnis, das die Evolution beider Gruppen geprägt hat.

Krieg in der Kiefer gegen C. sylvaticus

Die härteste Geschichte der Studie hat eine entfernte Verwandte als Gegnerin. Neben dem Nest von C. cruentatus lebten mehrere Kolonien von C. sylvaticus, ebenfalls sehr aggressiv und ebenfalls Blattlauszüchterin. Einen Großteil des Jahres begegneten sie sich kaum, denn C. sylvaticus ist nachts unterwegs und beginnt ihre Saison später. Doch im Juli und August, wenn auch C. cruentatus nachts arbeitet, landeten beide Arten in derselben Kiefer.

Jede Begegnung endete im Kampf. Die Forscher fanden viele verstümmelte Arbeiterinnen von C. cruentatus und andere, an deren Beinen und Fühlern noch Köpfe von C. sylvaticus festgebissen waren: In diesen Kämpfen lassen die Mandibeln nicht los, selbst wenn der Rest des Körpers nicht mehr da ist. Nach und nach nahm die Aktivität von C. sylvaticus im Baum zu und die von C. cruentatus ab, bis die Kiefer Mitte August fast vollständig der Rivalin gehörte. Die beiden anderen Kiefern in der Nähe waren das ganze Jahr über von zwei Kolonien von C. sylvaticus besetzt, und dort wurde nie eine andere Ameise gesehen.

Bei Antomas halten wir sie für die stärkste Ameise Spaniens im Zweikampf: sehr dominant und aggressiv, wo immer ihre Imperien herrschen. Diese kurzen Videos von Anthouse beweisen es – gegen einen Skorpion, gegen Aphaenogaster und gegen eine andere Kolonie ihrer eigenen Art im Revierstreit:

„Escorpión vs hormigas gigantes“, von Anthouse (auf Spanisch): C. cruentatus gegen einen Skorpion.

„Hormigas cazadoras vs hormigas gigantes“, Teil 2, von Anthouse (auf Spanisch): C. cruentatus gegen Aphaenogaster.

„Gigantes y crueles“, Teil 2, von Anthouse (auf Spanisch): cruentatus gegen cruentatus, Revierverhalten pur.

Eine unerwartete Kost: Kot

Feste Nahrung kommt wenig ins Nest, aber sie überrascht. Von 116 untersuchten Lasten waren 68 % Kot von Wirbeltieren: von Kleinsäugern, Vögeln und Reptilien. Die Arbeiterinnen trugen die Kotstücke ganz, etwa 5 mm groß, eines nach dem anderen. Gliederfüßer machten 27 % aus, fast immer kleine, ausgetrocknete Stücke, ebenfalls um 5 mm, weit unter der Größe der Trägerin. Keine andere Ameise der Wiese sammelte Kot.

Was hat sie davon? Wahrscheinlich Stickstoff. Eine so zuckerreiche Ernährung ist knapp daran, und hier kommt ein unsichtbarer Partner ins Spiel: Alle Camponotini tragen ein Bakterium in sich, Blochmannia, das in besonderen Darmzellen lebt, über das Ei von der Mutter an die Töchter weitergegeben wird und der Ameise hilft, Stickstoff zu recyceln und essenzielle Aminosäuren herzustellen. Schon in den 1980er-Jahren wurde vermutet, dass diese Bakterien erklären könnten, warum manche Camponotus Kot als Stickstoffquelle nutzen. Das ist eine Hypothese, aber sie passt wie angegossen zu dem, was im Gelände beobachtet wurde. Zu Hause braucht die Brut trotzdem echtes Protein in Form von Insekten (siehe „Fütterung“).

Nieswurz-Gärtnerin und Schmetterlings-Amme

Ihre Dienste für das Ökosystem enden nicht bei den Blattläusen. Die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), eine Pflanze iberischer Wälder und Gebüsche, bildet Samen mit einem Elaiosom, einem fleischigen, fettreichen Anhängsel, das den Ameisen als „Trinkgeld“ dient. Die Arbeiterin trägt den Samen ins Nest, frisst das Elaiosom und lässt den Samen unversehrt, weit weg von der Mutterpflanze und in Sicherheit. Eine Studie von 2007 in mehreren spanischen Populationen nannte C. cruentatus als eine der beiden wichtigsten Verbreiterinnen dieser Nieswurz in Andalusien, und in einer Population im Süden war sie für die meisten abtransportierten Samen verantwortlich.

Sie arbeitet auch als Amme. Sie betreut Raupen von Bläulingen, der Familie der kleinen blauen und kupferfarbenen Falter, deren Raupen zuckerhaltige Tröpfchen abgeben und dafür eine bewaffnete Eskorte bekommen. Mit ihr wurden Raupen von Glaucopsyche alexis und Lampides boeticus nachgewiesen.

Vom Atlas bis zu den Pyrenäen

Sie ist eine Art des westlichen Mittelmeerraums: Sie lebt im Maghreb, auf fast der gesamten Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und im Nordwesten Italiens. Auf der Halbinsel ist sie weit verbreitet, von der Küste bis ins Landesinnere und von Andalusien bis zu den Pyrenäen, und wird im Nordwesten selten: In Galicien gibt es alte Nachweise an der Küste und neuere im Inland, auf 300–750 m, unter Steinen in Heiden und an Kiefernwaldrändern. Meist lebt sie unterhalb von 1.000 m. Die neueste iberische Karte enthält keine Nachweise auf den Balearen, und auf den Kanaren fehlt sie.

Ihr typischer Lebensraum sind Kiefern- und Steineichenwälder an sonnigen Hängen, oft auf Kalkböden, wo sie zur dominanten Ameise werden kann. Auf der Küstenwiese der Studie von 1988 war sie eher selten, und die Autoren vermuteten, dass sie dort nicht ihren optimalen Lebensraum fand. Sie nistet im Boden, unter Steinen in der Sonne, manchmal neben Wurzeln oder Totholz, und hinterlässt am Eingang kleine Erdhäufchen. Gezählt wurden ein bis zwei Kolonien pro 100 m².

In Marokko wird die Geschichte komplizierter. Der Myrmekologe Henri Cagniant sprach von einer „Superspezies“ C. cruentatus, einer Gruppe sehr eng verwandter Formen, und beschrieb daraus eine neue Art, C. obscuriventris. In einem 2–3 Hektar großen Reliktwald aus Steineichen auf über 2.000 m Höhe im Antiatlas fand man sogar eine neue, mit ihr verwandte Camponotus.

Ameisensäure: Waffe und Desinfektionsmittel

Wie alle Schuppenameisen hat C. cruentatus keinen Stachel. Ihre chemische Waffe ist die Ameisensäure, die sie in der Giftdrüse herstellt und über das Acidopor abgibt, eine Öffnung an der Spitze des Gasters. Sie dient der Verteidigung, hat aber einen zweiten Zweck, der 2020 nachgewiesen wurde: Schuppenameisen schlucken ihre eigene Säure. Bei der Körperpflege biegt die Arbeiterin den Gaster unter den Körper, nimmt mit dem Mund einen Tropfen vom Acidopor auf und schluckt ihn. So säuert sie ihren Kropf an, den „sozialen Magen“, in dem sie die Nahrung speichert, die sie später teilt, und beseitigt einen guten Teil der Mikroben, die mit ihr hineingelangen. Untersucht wurde das an C. floridanus und nicht an unserer Art, aber es ist ein Merkmal der ganzen Unterfamilie. Für eine Ameise, die Kot sammelt, keine schlechte Erfindung.

Doch selbst diese Riesin hat ihre Nemesis: parasitische Fliegen, ihr großer natürlicher Feind. Dieses kurze Video von Anthouse zeigt es:

„Hormigas cazadoras vs hormigas gigantes“, letzter Teil, von Anthouse (auf Spanisch): parasitische Fliegen, die Nemesis von C. cruentatus.

Schwärmflüge in Juninächten und nur eine Königin

Die Geschlechtstiere, also die geflügelten Königinnen und Männchen, verlassen das Nest zu Sommerbeginn. Beobachtungen von Liebhabern in Spanien reichen von Mitte Juni bis Anfang Juli, in der Dämmerung oder nachts, zwischen sieben Uhr abends und halb zwei Uhr morgens, bei klarem Himmel und 22–28 °C. Deutsche Haltungsberichte nennen Mai und Juni. Nach dem Flug wirft die begattete Königin ihre Flügel ab, schließt sich in einer Kammer ein und zieht ihre ersten Arbeiterinnen auf, ohne zur Nahrungssuche hinauszugehen, allein mit den Reserven ihres Körpers: Das ist die claustrale Gründung. Eine klassische Studie zeigte, dass Königinnen, die so gründen, größer sind und mehr Fett tragen als die von Arten, die zur Nahrungssuche hinausgehen.

Ihre Kolonien sind monogyn: eine einzige Königin pro Kolonie. Wir haben weder eine Studie noch einen Halter gefunden, der mehrere zusammenlebende Königinnen beschreibt. Auch wissenschaftliche Daten zur Koloniegröße in der Natur gibt es nicht: Die kursierenden Zahlen, von einigen Hundert bis zu mehreren Zehntausend Arbeiterinnen, haben keine solide Quelle. Was wir Ihnen sagen können: Eine gut gepflegte Kolonie wird groß und braucht ziemlich viel Platz.

Größe und Morphologie

Eine große Ameise ohne Stachel, mit kontinuierlichem Polymorphismus: Zwischen der kleinsten und der größten Arbeiterin gibt es alle Zwischengrößen. Minors haben einen schmalen, verhältnismäßig kleinen Kopf; bei den Majors wächst der Kopf schneller als der übrige Körper und wird breit und kräftig, eine Folge der Allometrie.

  • Farbe. Kopf und Mesosoma schwarz oder schwärzlich, manchmal mit leicht rötlichem Mesosoma, und die Gasterbasis orangerot. Der übrige Gaster ist schwarz.
  • Oberfläche. Matt, mit netzartiger Mikroskulptur und dichter Punktierung. Kein Glanz.
  • Pubeszenz. Dicht, vor allem auf dem Gaster, der samtig wirkt.
  • Kopf. Clypeus mit einem Kiel in der Mitte und einem zu einem rechteckigen Lappen verlängerten Vorderrand. Kräftige Mandibeln mit 7–8 Zähnen.
  • Beine. Mit einer Längsfurche an der Hinterschiene, ein Detail, das bei der Bestimmung hilft.
  • Gaster. Er endet im Acidopor, aus dem die Ameisensäure austritt.
  • Königin und Männchen. Wir haben keine zugänglichen veröffentlichten Beschreibungen gefunden.

Ungefähre Maße

  • Arbeiterinnen, von Minor bis Major: 6–14 mm (Alsina et al., 1988); bis 13 mm laut García (2025)
  • Königin: keine zugänglichen veröffentlichten Maße
  • Männchen: keine zugänglichen veröffentlichten Maße

Wir geben nur wissenschaftliche Maße an. Die Größen pro Kaste, die in Shops und Foren kursieren, schwanken stark von Quelle zu Quelle, und wir verwenden sie nicht. Wie bei allen Camponotus sind die ersten Arbeiterinnen einer jungen Kolonie, die Nanitics, die kleinsten, und die durchschnittliche Größe nimmt mit jeder Generation zu, bis die Majors erscheinen.

Haltung

Schwierigkeit: 2/5 – Anfänger

Sie ist eine Art für Anfänger, aber wir geben ihr aus vier Gründen einen Punkt mehr als anderen iberischen Camponotus:

  • Langsamer Start. Laut Haltern beenden Kolonien im ersten Jahr die Saison meist mit wenigen Arbeiterinnen. Geduld ist gefragt.
  • Sie mag es warm. Halter zählen sie zu den wärmeliebendsten europäischen Camponotus, und in einem kalten Nest stockt die Brut.
  • Sie braucht jeden Winter eine Diapause.
  • Sie wird groß. Mit den Jahren braucht die Kolonie Platz und große Gänge für die Majors.

Dafür ist sie robust, frisst gut und ist tagaktiv: Sie sehen sie arbeiten, während auch Sie wach sind. Und sie stellt keinerlei Gefahr für Menschen dar (siehe „Umgang und Sicherheit“).

Empfohlene Parameter

  • Nesttemperatur: 24–28 °C in der aktiven Saison, am besten mit einer etwas wärmeren Seite, damit die Kolonie wählen kann.
  • Arena: 21–28 °C, die normale Temperatur einer Wohnung im Frühling und Sommer.
  • Feuchtigkeit: Nest bei 50–60 %, mit einer etwas feuchteren Ecke für die Brut; Arena trockener, bei 30–50 %.
  • Wasser: immer verfügbar, in einem Reagenzglas mit Wasser und Watte in der Arena.
  • Licht: den Nestbereich dunkel und die Arena im normalen Raumlicht.
  • Diapause: 10–15 Wochen bei 12–15 °C, von November oder Dezember bis Februar.

Das sind die Werte, die Halter verwenden, und sie passen zu den Beobachtungen im Freiland: Außerhalb des Nests arbeitet sie gern in einem sehr weiten Bereich, unter etwa 15 °C wird sie jedoch träge. Wenn Ihre Wohnung kühl ist, legen Sie ein Heizkabel oder eine Heizmatte mit Thermostat an eine Seite des Nests, nie unter das ganze Formicarium, und vermeiden Sie direkte Sonne: In der Natur endet die Aktivität, sobald sich der Boden überhitzt.

Ankunft und erste Wochen

Bei Antomas verkaufen wir C. cruentatus in zwei Größen: Königin mit 4–7 Arbeiterinnen und Brut oder Königin mit 20–40 Arbeiterinnen und Brut. Beide haben die claustrale Gründung, die heikelste Phase, bereits hinter sich und haben Arbeiterinnen, die auf Futtersuche gehen. Sie kommen in einem Reagenzglas an, und solange die Kolonie klein ist, kann sie darin bleiben:

  • Ruhe nach der Ankunft: ein paar Tage an einem ruhigen, dunklen Ort bei 24–28 °C; prüfen Sie, ob hinter der Watte noch Wasser ist.
  • Futter von Anfang an: ein Tropfen Zuckerlösung auf einem Stückchen Alufolie oder in einer Minitränke, nie auf der Watte des Reagenzglases, und zwei- bis dreimal pro Woche ein Stückchen Insekt. Reste entfernen.
  • Keine Stöße oder starken Erschütterungen am Reagenzglas: Halter berichten, dass genau das Königinnen am häufigsten dazu bringt, ihre Eier zu fressen.
  • Ins Nest, wenn das Reagenzglas zu klein wird oder etwa 10 Arbeiterinnen da sind. Bei der Variante mit 20–40 Arbeiterinnen können Sie es fast von Anfang an einrichten.

Veröffentlichte Daten zur Entwicklungsdauer dieser Art gibt es nicht. Nach dem, was über die Gattung bekannt ist, dauert es vom Ei zur Arbeiterin bei 25–28 °C etwa 6–10 Wochen, und umso länger, je kühler das Nest ist.

Empfohlene Formicarien

Bei Antomas gehen wir in zwei Etappen vor. Für die Gründung die Gipsnester der Reihe Qbik Wild von Anthouse, die Feuchtigkeit speichern und der jungen Kolonie ein stabiles Klima bieten. Zuerst ein Qbik Wild One P 1C mit mittelgroßen Gängen:

Wenn die Kolonie es früher als erwartet füllt oder Sie die Variante mit 20–40 Arbeiterinnen gewählt haben, ist der nächste Schritt ein Qbik Wild Duo P 2C:

Für das Wachstum, sobald die Kolonie einige Dutzend Arbeiterinnen hat und mehr Platz verlangt, setzen wir sie in die Alpha-Reihe um, mit den modularen QBIK ONE und QBIK DUO. Sie sind trockener, die Feuchtigkeit kommt aus den Röhrchen, und sie haben zwei Vorteile: Sie sind günstiger und leichter, was willkommen ist, denn eine gut gepflegte C. cruentatus kann ziemlich groß werden. Sobald die Majors erscheinen, wählen Sie große Gänge, durch die sie mit ihren breiten Köpfen bequem passen.

Richten Sie die Arena mit Sand oder trockener Erde, ein, zwei flachen Steinen und einem Zweig zum Klettern ein, immer weit weg von der Barriere. Und erweitern Sie erst, wenn das Nest zu eng wird, nicht vorher: In einem zu großen Nest bleibt die Kolonie in einer Ecke und nutzt den Rest als Abfallhaufen.

Umzug durch Umkippen

Bei Antomas ziehen wir Kolonien immer durch Umkippen um, sowohl vom Reagenzglas ins erste Formicarium als auch vom Qbik Wild in die Alpha-Reihe. So gehen wir vor:

  1. Alles vorher bereit: das neue Formicarium aufgebaut, mit Barriere und angeschlossenem Wasserröhrchen.
  2. Über einem Tablett, falls eine Arbeiterin an Ihren Händen oder Werkzeugen hochklettert.
  3. Umkippen: Öffnen Sie das Reagenzglas oder das alte Nest in der Arena, neben dem Eingang des neuen, und leeren Sie es mit leichtem Klopfen. Nachzüglerinnen helfen Sie mit einem Pinsel.
  4. Dunkelheit im neuen Nest: Decken Sie es mit etwas Undurchsichtigem ab, und innerhalb weniger Minuten tragen die Arbeiterinnen Brut und Königin hinein.

Fütterung

Zucker, immer. In der Natur lebt C. cruentatus vor allem von Honigtau, daher darf ihr zu Hause eine Zuckerlösung nie ausgehen. Bieten Sie sie in einer Tränke an, klassisch oder selbst gebaut, in der der Tropfen flach und erreichbar bleibt, und nie auf Watte: Sie schimmelt, und die Flüssigkeit verdirbt schnell. Wechseln Sie die Zuckerquellen ab: Bei Antomas empfehlen wir den Nektar Blue Sugar von Anthouse 4–5-mal pro Woche und einen anderen Nektar oder eine andere Zuckerlösung 1–2-mal pro Woche. Sie können den Nektar auch mit etwas Protein anreichern.

Protein, so viel sie fressen können. Es ist der Treibstoff für Königin und Larven, und unsere Regel ist klar: Wenn Sie täglich pflegen und Reste entfernen, ist zu viel besser als zu wenig, denn die Kolonie merkt, dass Nahrung im Überfluss da ist, und zieht mehr Brut auf, und das schneller. Wenn Sie nicht oft sauber machen können, passen Sie die Menge an: Vergessenes Futter bringt Schimmel und Milben.

  • Wechseln Sie das Futtertier jede Woche. Für kleine Kolonien Thermobia domestica, ein Futtertier genau in der richtigen Größe für den Anfang. Wenn die Kolonie wächst, wechseln Sie zwischen Heimchen, Argentinischen Schaben und Turkestanischen Schaben und geben ab und zu einen zerteilten Mehlwurm.
  • Tot oder geöffnet ist besser. In der Natur ist sie keine große Jägerin: Sie sammelt kleine Stücke und Reste, die andere zurücklassen. Eine deutsche Haltungsanleitung berichtet, dass sie tote Insekten oft dem Honig vorzieht. Jungen Kolonien geben Sie das Futtertier zerteilt oder geöffnet.
  • Am Morgen. Sie ist tagaktiv: Geben Sie das Protein früh und entfernen Sie die Reste am Nachmittag oder am nächsten Tag.
  • Vertrauenswürdige Insekten, aus Zucht und frei von Insektiziden.

Wasser: zusätzlich zum Zucker immer ein Reagenzglas mit Wasser und Watte in der Arena.

Wachstum und Majors

Das erste Jahr verläuft langsam: In einem deutschen Halterforum gingen Kolonien im ersten Jahr mit 1–5 Arbeiterinnen in den Winter. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Nach der ersten Diapause kommt die Kolonie in Schwung, und jede Generation bringt größere Arbeiterinnen. Veröffentlichte Daten dazu, wann die ersten Majors schlüpfen, gibt es nicht; nach dem, was man in der Gattung beobachtet, erscheinen sie meist, wenn die Kolonie einige Dutzend bis einige Hundert Arbeiterinnen hat, normalerweise im zweiten Jahr. Die Variante mit 20–40 Arbeiterinnen erspart Ihnen einen guten Teil dieser Wartezeit. Von da an kann die Kolonie mit Wärme in der Saison, einer guten Diapause und viel Protein ziemlich groß werden, und dann ist es Zeit, sie in die Alpha-Reihe umzusetzen und ihr große Gänge zu geben.

Diapause

In der Natur kommt C. cruentatus im Winter völlig zur Ruhe: Im November gehen die Arbeiterinnen nur noch hinaus, um das Nest zu säubern, danach bleibt die Kolonie bis zum Frühling drinnen. Sie lebt in einem Mittelmeerklima mit kurzen, milden Wintern an der Küste und kälteren im Landesinneren, und unter den Steinen puffert der Boden die Fröste ab. Außerdem hat sie laut Haltern einen inneren Rhythmus, der diese Ruhe verlangt. Bei Antomas empfehlen wir:

  • Wann: von November oder Dezember bis Februar.
  • Wie lange: etwa 10–15 Wochen, rund 3 Monate.
  • Bei welcher Temperatur: 12–15 °C. Meist genügt ein unbeheizter Raum; prüfen Sie es mit einem Thermometer. Gehen Sie nicht unter etwa 10 °C: Halter raten davon ab, und ihr Klima verlangt es auch nicht.
  • Schrittweise: Senken Sie die Temperatur über 2–3 Wochen und erhöhen Sie sie am Ende ebenso.
  • Während der Ruhe: immer Wasser, etwas Zucker in der Tränke und wenig oder kein Protein. Es ist normal, dass sie den Winter mit Larven und fast ohne Eiablage verbringen.
  • Beim Erwachen: Laut Haltern kommt sie sehr schnell aus der Diapause. Sobald Sie Aktivität sehen, kehren Sie zu Wärme und Protein zurück.

Verhalten in Gefangenschaft

Eine Ameise für den Tag. Viele Camponotus warten auf die Nacht; C. cruentatus sucht bei Licht nach Futter und kann im Sommer bei warmem Nest zu jeder Stunde unterwegs sein.

Eifersüchtig auf ihr Futter. Im Freiland verteidigt sie ihre Blattläuse; im Formicarium bewacht sie Tränke und Beute. Sie werden Arbeiterinnen sehen, die neben dem Zucker Posten beziehen, und schnelle Rekrutierung, sobald etwas Gutes auftaucht.

Jeder Größe ihr Handwerk. Wie meist bei Camponotus mit mehreren Arbeiterinnengrößen übernehmen die kleinen und mittleren den Großteil der Futtersuche und der Brutpflege, und die Majors bewachen, sobald sie da sind, die Eingänge und zerlegen große Beute.

Ohne Angst beobachten. Bei Antomas finden wir, dass Ameisen dazu da sind, sie zu genießen, zu beobachten und von ihnen zu lernen. Lassen Sie das Nest dunkel und die Arena hell, beobachten Sie in Ruhe und greifen Sie nur so viel wie nötig ein: Sie gewöhnen sich schnell an Ihre Anwesenheit.

Ausbrüche und Barrieren

Camponotus klettern an Glas und Acryl, sogar kopfüber, und C. cruentatus ist keine Ausnahme. Damit sie in der Arena bleiben:

  • Eine Barriere aus Mineralöl oder Talkum im oberen Bereich der Wände, dünn und lückenlos. Erneuern Sie sie, wenn sich Staub ansammelt.
  • Ein gut schließender Deckel als zweite Verteidigungslinie.
  • Gaze über den Lüftungsöffnungen: Nanitics passen durch Gitter, die harmlos aussehen.
  • Keine Brücken: kein Zweig und kein Stein in der Nähe der Barriere.
  • Verbindungen prüfen, besonders beim Erweitern oder beim Umsetzen in die Alpha-Reihe.

Umgang und Sicherheit

Sie stellt keinerlei Gefahr für Menschen dar. Sie sticht nicht, denn sie hat keinen Stachel. Höchstens kann eine große Arbeiterin, die richtig zupackt, Ihnen mit den Mandibeln einen kleinen Schnitt am Finger zufügen. Und wenn jemand viele von ihnen mit der Hand anfassen würde, könnte die Ameisensäure eine kleine Hornhautstelle hinterlassen, aber das wäre übertrieben: Es kommt sehr selten vor. Üblich ist der Umgang mit einem weichen Pinsel oder einer weichen Pinzette, mehr zu ihrem Schutz als zu Ihrem, damit keine Arbeiterin und schon gar nicht die Königin verletzt wird. Setzen Sie keine verschiedenen Kolonien zusammen, denn sie kämpfen, und mischen Sie sie nicht mit anderen Arten. Und lassen Sie eine zu Hause gehaltene Kolonie niemals frei.

Was man nicht tun sollte

  • Königinnen oder Kolonien zusammensetzen: Die Art ist monogyn.
  • Den Zucker auf Watte geben oder die Tränke leer werden lassen.
  • Immer dasselbe Futtertier geben oder Reste liegen lassen.
  • Das Nest in der Saison kühl halten: Unter etwa 20 °C kommt die Brut kaum voran.
  • Die Diapause auslassen oder zu kalt gestalten, unter 10 °C.
  • Die Temperatur beim Beginn oder Ende der Diapause abrupt ändern.
  • Eine kleine Kolonie in ein riesiges Nest setzen.
  • Enge Gänge beibehalten, wenn es schon Majors gibt.
  • Barriere, Deckel oder Gitter vernachlässigen.

Wissenschaftliche Quellen

Diese Haltungsanleitung beruht auf Feldstudien zu Camponotus cruentatus, auf der taxonomischen Literatur über iberische und nordafrikanische Camponotus sowie auf der Erfahrung von Antomas und anderer Halter. Wichtigste Quellen:

  1. Alsina, A., Cerdá, X., Retana, J. & Bosch, J. (1988). Foraging ecology of the aphid-tending ant Camponotus cruentatus (Hymenoptera, Formicidae) in a savanna-like grassland. Miscel·lània Zoològica 12: 195–204. Volltext
  2. Cerdá, X., Retana, J. & Cros, S. (1998). Critical thermal limits in Mediterranean ant species: trade-off between mortality risk and foraging performance. Functional Ecology 12: 45–55. doi:10.1046/j.1365-2435.1998.00160.x
  3. Boulay, R., Coll-Toledano, J., Manzaneda, A. J. & Cerdá, X. (2007). Geographic variations in seed dispersal by ants: are plant and seed traits decisive? Naturwissenschaften 94: 242–246. doi:10.1007/s00114-006-0185-z
  4. García, F. (2025). Novas citas para o xénero Camponotus Mayr, 1861 en Galicia (NO Iberia). Arquivos Entomolóxicos 32: 73–79. Volltext (PDF)
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