Anochetus princeps kaufen – Kupferfarbene Schnappkieferameise | Antomas
Anochetus princeps kaufen – Kupferfarbene Schnappkieferameise | Antomas

Anochetus cf. princeps – Kupferfarbene Schnappkieferameise

Nur noch wenige Teile verfügbar
89,99 €
Bruttopreis

Eine lebende Falle. Die Kupferfarbene Schnappkieferameise, Anochetus princeps, öffnet ihre Mandibeln über 180°, verriegelt sie und spannt mit ihrem eigenen Muskel eine Feder: Streift eine Beute ihre Auslösehaare, schlägt sie in weniger als 2,5 Tausendstelsekunden zu. Groß, schlank, karamell-orange und elegant wie kaum eine andere, jagt sie allein am Waldboden Südostasiens, fängt Schmeißfliegen mit einem einzigen Schlag, schleudert sich mit einem Kieferschlag nach hinten und stellt sich bei Gefahr tot. Eine enge Cousine der Odontomachus und ein im Hobby sehr seltenes Juwel, für erfahrene Halter. Kolonien mit Königin. Versand in ganz Europa, Lebendankunft garantiert.

Kolonie

 

Schwierigkeit: 4/5 – Fortgeschritten

Schnappkieferameise aus Südostasien, groß, schlank und karamell-orange, die ihre Mandibeln über 180° öffnet und in Millisekunden zuschnappen lässt. Kolonien mit Königin. Konstant 24–27 °C das ganze Jahr über, keine Diapause, ein sehr feuchtes Nest (70–90 %) mit Kokosfaser und reichlich abwechslungsreiche Beute. Entscheidend: nie über 28 °C, denn dann haben die Larven Probleme, ihren Kokon zu spinnen.

Anochetus princeps Emery, 1884 ist eine Schnappkieferameise aus Südostasien: eine jagende Ponerine, die mit geöffneten Mandibeln über den Waldboden streift, oft in einem Winkel von mehr als 180°, und sie in weniger als 2,5 Tausendstelsekunden zuschnappen lässt, sobald eine Beute ihre Sinneshaare streift. Sie lebt in den feuchten Wäldern Indochinas und der Großen Sundainseln, von Myanmar und den Andamanen bis Java, Borneo und Sulawesi, wo sie in morschem Holz und in Lehmböschungen nistet.

Sie gehört zu den großen Anochetus, mit Arbeiterinnen von über 8 mm, und vor allem zu den elegantesten: ein schlanker, karamell-oranger Körper, eine lange Taille und lange, gerade Mandibeln, die geöffnet wie ein Tellereisen aussehen. Bei Antomas beschreiben wir sie so: „ziemlich groß und vor allem sehr, sehr schlank und schön“. Ihr Name passt zu ihr: princeps bedeutet auf Latein „der Erste“ oder „der Fürst“. Und wie viele Ameisen Südostasiens birgt sie ein kleines taxonomisches Rätsel. Damit fangen wir an.

Biologie

Ein Fürst aus Java, der vielleicht eine andere Art verbirgt

Der Italiener Carlo Emery beschrieb die Art 1884 innerhalb eines Bestimmungsschlüssels anhand einer einzigen Arbeiterin aus Java; Jahre später präzisierte er den Fundort: Tjibodas. Seitdem hat sie vier weitere Namen erhalten, die heute Synonyme sind: A. princeps var. laeta Forel, 1910, aus Sumatra; A. jacobsoni Forel, 1911, und A. serratus Stitz, 1925, beide aus Java; und A. jacobsoni var. taipingensis Forel, 1913, aus Taiping auf der Malaiischen Halbinsel. Der Myrmekologe William L. Brown fasste sie 1964 alle unter A. princeps zusammen.

Sie gehört zur Artengruppe A. rugosus, die Brown 1978 definierte: mittelgroße bis große Ameisen, deren Mandibeln am Innenrand in Reihe gezähnt sind. Zur Gruppe gehören A. princeps, A. rugosus und A. muzziolii, 2017 kam A. mixtus hinzu.

Deshalb trägt der Name unseres Produkts die Abkürzung „cf.“, vom lateinischen confer, „vergleiche“. Taxonomen verwenden sie, wenn ein Exemplar zu einer Art passt, die Bestimmung aber nicht als abgeschlossen gelten kann. Hier gibt es gute Gründe für Vorsicht. Schon 1964 warnte Brown, dass sich einige isolierte Populationen von A. princeps als eigene Arten herausstellen könnten, und der Entomologe Herbert Zettel ging 2012 noch weiter: Ein Teil des Materials aus dem festländischen Südostasien könnte zu einer unbeschriebenen Art gehören, weil es sich in der Skulptur des Pronotums und der Kopfform deutlich unterscheidet.

Außerdem leben in der Region sehr ähnliche Arten, etwa A. mixtus Radchenko, 1993, aus derselben Gruppe, bekannt aus Indochina und Südchina. Ihre Arbeiterinnen messen 8,4–8,8 mm, fast so viel wie die von A. princeps, und mit ihr wird sie am leichtesten verwechselt. Ein Hinweis zur Unterscheidung: A. mixtus hat eine deutlich gestreifte Stirn, während bei A. princeps das glatte, glänzende Pronotum, das schlanke Mesosoma und ein lang gestielter Petiolus auffallen. Und die Gruppe sorgt weiter für Überraschungen: 2019 wurde aus Tibet A. medogensis beschrieben, eine neue Art, „ähnlich A. princeps“.

Die Ameise, die Sie zu Hause haben werden, passt also zu A. princeps, könnte aber zu einer Population gehören, die die Wissenschaft eines Tages als eigene Art abtrennt. Im Rest dieser Haltungsanleitung nennen wir sie einfach A. princeps oder „unsere Anochetus“.

Eine Falle mit Riegel, Feder und Abzug

Ihre Mandibeln gehören zu den raffiniertesten Waffen der Insektenwelt. Sie funktionieren wie ein Katapult: Die Muskeln speichern sekundenlang Energie und geben sie in weniger als einer Tausendstelsekunde frei. Der Mechanismus besteht aus drei Teilen, wie eine Mausefalle:

  • Der Riegel. Beim Öffnen bringt ein Muskel die Basis jeder Mandibel in eine kleine Kerbe des Gelenks, wo sie eingerastet bleibt, selbst wenn sich der riesige Schließmuskel mit aller Kraft zusammenzieht.
  • Die Feder. Diese Kontraktion lädt Energie in eine „Feder“, wahrscheinlich stark gehärtete Kutikulateile der Mandibel und des Kopfes, auch wenn sie noch nicht sicher identifiziert ist.
  • Der Abzug. Ein winziger Muskel, der Auslösemuskel, zieht die Mandibel aus der Kerbe und gibt sie frei, und die Mandibeln schnappen zu. Beim Vergleich von Anochetus und Odontomachus kamen Wulfila Gronenberg und Birgit Ehmer 1996 zu dem Schluss, dass dieser Muskel vom Schließmuskel selbst abstammt.

Es sind zwei gegensätzliche Muskeln: Der, der die Feder lädt, zieht sich langsam zusammen, der Auslösemuskel schnell. Der eine liefert die Kraft, der andere die Geschwindigkeit.

Und wer drückt den Abzug? Besondere Auslösehaare. Berührt eine Beute sie, läuft das Signal über riesige Sinnes- und Motoneuronen, wie sie zuerst bei Odontomachus entdeckt wurden, und der gesamte Reflex dauert etwa 5 Tausendstelsekunden. Kurioserweise sind die Haare nicht unverzichtbar: Die Arbeiterinnen berühren damit ihre Nestgenossinnen, ohne auszulösen, und wahrscheinlich dienen sie dazu, die Entfernung zum Ziel zu messen.

Zwei Details sind typisch für die Gattung. Bei Anochetus übersteigt die maximale Öffnung der Mandibeln meist 180°, und die Muskeln setzen über Fibrillen an der Sehne an, während sie bei Odontomachus direkt ansetzen.

Schneller als ein Wimpernschlag, aber die Rekorde gehören ihrer Cousine

Wie schnell ist der Schlag? Bei Anochetus ergaben die ersten Studien eine Dauer von weniger als 2,5 Tausendstelsekunden, sie wurden aber mit Kameras von etwa 400 Bildern pro Sekunde gemacht, die nur Mindestwerte liefern konnten. Die erste Hochgeschwindigkeitsmessung in der Gattung kam 2018, mit vier Arten: Zwei davon, A. targionii und A. paripungens, schlagen sehr ähnlich wie Odontomachus, mit einer mittleren maximalen Drehgeschwindigkeit von etwa 37.000 Radiant pro Sekunde, während die beiden anderen, A. horridus und A. emarginatus, mit etwa 13.000 deutlich langsamer sind. Der Schlag von A. princeps wurde nicht gemessen.

Die Rekordzahlen, die im Umlauf sind, gehören ihrer Cousine Odontomachus, und das sollte man auch so sagen. Bei O. bauri, gefilmt mit 50.000 Bildern pro Sekunde, dauert der komplette Schlag im Mittel 0,13 Tausendstelsekunden (der schnellste 0,06), und die Mandibelspitze erreicht eine mittlere Geschwindigkeit von 38 m/s, mit einem Maximum von 64,3 m/s, über 230 km/h. Die Aufprallkraft kann das 300-Fache des Körpergewichts übersteigen. Es ist eine der schnellsten je gemessenen Bewegungen im Tierreich. Bei acht Odontomachus-Arten liegt die mittlere Höchstgeschwindigkeit zwischen 36 und 49 m/s, und große Arten schlagen langsamer, aber mit mehr Kraft.

Diese Erfindung ist nicht auf ihre Linie beschränkt: Der Schnappkiefer ist bei Ameisen mindestens viermal entstanden, in drei Unterfamilien: einmal bei den Ponerinen (Anochetus und Odontomachus), einmal bei den Formicinen (Myrmoteras) und zweimal oder öfter bei den Myrmicinen (den Dacetinen).

Mandibeln wie ein „Brotmesser“ und der Körper einer Tänzerin

Wenn Sie eine Arbeiterin aus der Nähe betrachten, sehen Sie, dass ihre Mandibeln keine einfachen Zangen sind. Sie sind lang und linear und entspringen sehr dicht beieinander, nahe der Mittellinie des Kopfes. Bei A. princeps hat der Schaft außerdem die Form eines Brotmessers: eine einzige scharfe, gezähnte Innenkante, wie eine Säge. An diesem Merkmal erkennt sie der Schlüssel von Zettel (2012) und trennt sie von allen anderen Anochetus der Philippinen: über 8 mm und eine Mandibel „brotmesserförmig, mit einer einzigen scharfen, gezähnten Innenkante“. An der Spitze endet jede Mandibel in einem dorsalen Apikalzahn, einem ventralen und, dazwischen, einem gut entwickelten Interkalarzahn.

Und dann ist da der Körper. Die Wissenschaft bestätigt, was wir zu Hause sehen: Die Pronotumscheibe ist glatt und glänzend, das Mesosoma (der „Thorax“) verhältnismäßig schlank, und der Petiolus, die Taille zwischen Thorax und Hinterleib, hat einen ziemlich langen vorderen Stiel. Ein schlankes Mesosoma ist in der Gattung häufig, aber bei einer Art dieser Größe kommt es besonders zur Geltung. Zur Einordnung: Die Gattung umfasst Arten von kaum 4,35 mm, wie A. graeffei, und Riesen von 9,4 mm, wie A. werneri; unsere gehört mit über 8 mm zu den großen.

Von einem Kieferschlag nach hinten geschleudert

Ein so kräftiger Schlag hat eine kuriose Nebenwirkung: Trifft die Mandibel etwas, das größer ist als die Ameise selbst, oder den Boden, schleudert sie der Rückstoß durch die Luft. Der Myrmekologe William M. Wheeler beschrieb diesen Sprung nach hinten Anfang des 20. Jahrhunderts und nannte ihn „Retrosalienz“; später wurde er bei anderen Schnappkieferlinien dokumentiert, darunter Anochetus. Für die Gattung ist beschrieben, dass sie sich mit den Mandibeln von der Gefahr „wegprallen“ lassen können.

Zufall oder Strategie? Man hielt es lange vor allem für einen zufälligen Effekt, doch bei Odontomachus unterscheidet man zwei Sprünge: einen horizontalen, beim Schlag gegen einen Eindringling, und einen vertikalen Fluchtsprung, beim Schlag gegen den Boden, der absichtlich und defensiv zu sein scheint. Und er funktioniert: Gegenüber Ameisenlöwenlarven entkam O. brunneus in 15 % der Begegnungen mit einem Mandibelsprung, und mit fixierten Mandibeln entkam sie seltener.

Bei Anochetus hat diese Sprünge noch niemand gemessen. Was wir Ihnen erzählen können, ist unsere Erfahrung: Unsere Arbeiterinnen springen mit den Mandibeln, wenn sie etwas erschreckt, und werden nach hinten geschleudert. Das ist spektakulär und sollte beim Öffnen der Arena bedacht werden (siehe „Ausbrüche und Barrieren“).

Lieber tot stellen als kämpfen

Bei einer solchen Waffe würde man eine aggressive Ameise erwarten. Weit gefehlt. Schon 1978 stellte Brown fest, dass sich Anochetus bei Störung oft tot stellen, im Gegensatz zu Odontomachus, die Eindringlinge eher angreifen und stechen. Biologen nennen das Thanatose: Die Ameise bleibt reglos, wie leblos, bis die Gefahr vorüber ist.

Ihr Verteidigungsrepertoire ist äußerst vielseitig: still halten, mit einem Kieferschlag nach hinten springen und, wenn es nicht anders geht, stechen. Die „Türsteherinnen“ mancher Odontomachus hingegen, die mit gespannter Falle am Nesteingang warten, um Eindringlinge mit Schlägen zu vertreiben, sind bei Anochetus nicht dokumentiert.

Ein praktischer Tipp, der sich daraus ergibt: Wenn Sie beim Reinigen oder Umsiedeln eine reglose Arbeiterin sehen, halten Sie sie nicht sofort für tot. Warten Sie ein paar Minuten: Höchstwahrscheinlich stellt sie sich nur tot.

Eine Einzeljägerin mit gespannter Falle

Schnappkieferameisen jagen allein: Außer Daceton rekrutieren sie keine Nestgenossinnen. Die Arbeiterinnen streifen mit geöffneten Mandibeln und schussbereitem Abzug über den Waldboden, durch die Laubstreu und das morsche Holz. Entdecken sie mit den Fühlern eine Beute, bringen sie sie in Reichweite der Auslösehaare und schlagen zu, oft mehrmals; wehrt sich die Beute, stechen sie sie und tragen sie dann ins Nest. Im Allgemeinen warten sie, bis die Beute die Auslösehaare berührt, in einer Mischung aus Suchen und Lauern, und der Einsatz des Stachels hängt von der Größe ab: Je kleiner die Arbeiterin im Verhältnis zur Beute, desto mehr sticht sie.

Wozu so viel Tempo? Man könnte meinen, um flinke Beute zu fangen, doch eine Studie zur Jagd von O. bauri in Panama deutete auf etwas anderes hin: Bei den stärker spezialisierten Odontomachus und Anochetus dient die Schließgeschwindigkeit eher dazu, Kraft zu erzeugen, als fliehende Beute zu fangen. Eher ein Hammerschlag als ein Lasso.

Was sie in der Natur fressen, ist kaum bekannt. Manche Arten haben sich spezialisiert, etwa A. traegordhi, die Termiten in denselben morschen Stämmen jagt, in denen sie nistet, doch im Labor nimmt die Gattung viele verschiedene Gliederfüßer an: Termiten, Fruchtfliegen und Springschwänze.

Nach der Erfahrung von Antomas ist A. princeps eine wirklich gute Jägerin und keineswegs spezialisiert: Sie fängt Fliegen und Schmeißfliegen, Drosophila, Thermobia (Silberfischchen), Mini-Grillen und kleine Schaben. Zu sehen, wie sie sich mit offener Falle einer Schmeißfliege nähert und sie mit einem einzigen Schlag fängt, ist einer der großen Momente bei der Haltung dieser Art.

Ihr Gift dagegen ist fast ein Rätsel: In der Gattung ist es kaum untersucht. Bei einer amerikanischen Art, A. emarginatus, wurde 2016 ein Giftpeptid mit „einzigartiger“ Struktur isoliert.

Cousine, nicht Mutter von Odontomachus

Anochetus und Odontomachus sind die beiden Schnappkieferameisen unter den Ponerinen und wurden schon immer gemeinsam untersucht. Es gibt etwa 110 lebende Arten von Anochetus und 69 von Odontomachus, und neun fossile Anochetus sind bekannt, die meisten in Dominikanischem Bernstein. Odontomachus sind im Schnitt größer, Anochetus kleiner und unauffälliger, auch wenn unsere zu den großen gehört.

Jahrzehntelang glaubte man, Odontomachus sei aus Anochetus heraus entstanden. Brown schlug das 1978 anhand der männlichen Genitalien und der Form des Petiolus vor, und Chromosomen und Muskulatur schienen ihm recht zu geben. Molekulare Stammbäume haben alles verändert:

  • 2016. Eine DNA-Studie fand starke Belege dafür, dass jede Gattung eine natürliche, von der anderen getrennte Gruppe ist und dass sich der Schnappkiefer aus einem Vorfahren mit kurzen Mandibeln entwickelte. Die Gruppe entstand vor etwa 52,5 Millionen Jahren, im frühen Eozän, in Südamerika oder Südostasien.
  • 2021. Eine weltweite Analyse mit 44 Arten von Anochetus und 38 von Odontomachus bestätigte es: Die beiden Gattungen trennten sich im Eozän.

Anochetus ist also nicht die „Mutter“ von Odontomachus, sondern ihre Schwestergattung: zwei Zweige, die sich seit zig Millionen Jahren getrennt entwickeln. Allerdings bewahrt Anochetus einige ursprünglichere Merkmale, etwa die geringe Größe und über Fibrillen ansetzende Mandibelmuskeln.

Morsches Holz und Lehmböschungen, bis 1.500 m

Brown beschrieb sie 1978 als in den Waldgebieten Südostasiens und der Großen Sundainseln weit verbreitete Art. Heute ist sie von den Andamanen, Myanmar und Indochina über die Malaiische Halbinsel bis Sumatra, Java, Borneo, die Philippinen und Sulawesi nachgewiesen.

Sie ist eine Ameise des feuchten Waldes. Auf Luzon wurde sie zwischen 150 und 500 m Höhe gesammelt, doch Brown nennt einen Fund auf Borneo in etwa 1.500 m, einen der höchsten der Gattung. Ihre Nester wurden in morschem Holz am Waldboden, in einem morschen Stamm und in einer Lehmböschung gefunden. Auf Sulawesi tauchte sie weniger als 100 m von Nestern einer anderen Art der Gattung entfernt auf, A. gladiator, ebenfalls in morschem Holz.

Das passt zu dem, was man über die Gattung weiß: kleine Nester im Boden, in morschem Holz und im Regenwald sehr oft unter einem umgestürzten Stamm, mit Gängen, die ins Holz hineinführen. Alles deutet darauf hin, dass A. princeps eine versteckt lebende Ameise der Laubstreu und des morschen Holzes ist, in einer feuchten, dunklen Welt mit stabiler Temperatur. Das ist eine Schlussfolgerung, erklärt aber sehr gut, was sie zu Hause braucht.

Das Klima ihrer Heimat: Hitze draußen, Kühle im Boden

In den tropischen Wäldern Südostasiens hängt das Klima vor allem von der Höhe ab:

  • Tiefland. Ganzjährig heiß, mit Monatsmitteln von etwa 27–29,5 °C und Höchstwerten von 32–35 °C, einer trockeneren Jahreszeit und einer Zeit der Monsunregen, mit einer Luftfeuchtigkeit von 80–85 % in den Regenmonaten.
  • Gebirge. In etwa 1.500 m Höhe, wo die Art ebenfalls gefunden wurde, ist das Klima mild und sehr stabil, mit Mittelwerten von etwa 16–19,5 °C, weniger als 4 °C Unterschied zwischen dem kältesten und dem wärmsten Monat und einer Luftfeuchtigkeit von rund 90 % in der Regenzeit.
  • Tageslänge. Sie ändert sich im Jahresverlauf wenig: zwischen etwa 11 und 13 Stunden.

Doch eine Kolonie von A. princeps lebt nicht im Freien, sondern am Waldboden, unter der Laubstreu und im morschen Holz, und dort herrscht ein anderes Klima. Eine große Studie von 2024 zeigte, dass der tropische Unterwuchs in Bodennähe im Mittel 1,6 °C kühler ist als im Freien, mit geringeren Tagesschwankungen. Auf Borneo, wo unsere Art ebenfalls lebt, liegt das Tagesmittel im Unterwuchs bei 23,9 °C (25,3 °C am Tag und 22,9 °C in der Nacht), und Südostasien ist die im Jahresverlauf stabilste Tropenregion. Und im Regenwald Panamas, neben den Nestern einer anderen Schnappkiefer-Ponerine, O. bauri, hatte der Boden 24,2–27,5 °C, während die Luft zwischen 24 und 30 °C schwankte, bei einer Luftfeuchtigkeit von 78–97 %.

Die Schlussfolgerung für die Haltung ist klar. Die 32–35 °C der Nachmittage im Tiefland erreichen das Nest nicht, und ein guter Teil ihres Verbreitungsgebiets, auf Java, Sumatra und Borneo, liegt nahe dem Äquator, wo es keinen Winter gibt. Nichts deutet darauf hin, dass Anochetus eine Diapause braucht, und Halter sind sich einig, dass sie keine macht. Was fast alle Orte, an denen sie lebt, gemeinsam haben, ist Stabilität. Deshalb halten wir sie bei Antomas das ganze Jahr über bei konstant 24–27 °C, ohne winterliche Absenkung, und nie über 28 °C.

Kleine Kolonien, eine einzige Königin

Wie viele Ponerinen bewahrt Anochetus ursprüngliche Merkmale der Ameisen, etwa kleine Kolonien und die Jagd als Einzelgängerin. Ihre Kolonien haben meist weniger als 100 Arbeiterinnen, gegenüber mehreren Hundert bei Odontomachus; die bekannte Ausnahme ist die afrikanische A. faurei mit etwa 400.

Die Königinnen der Gattung sind vielfältig: Bei manchen Arten sind sie ergatoid, flügellos und arbeiterinnenähnlich, bei anderen geflügelt, und manche haben beide Typen. In der Gruppe A. rugosus, zu der unsere Art gehört, wurden entflügelte Königinnen gefunden, die Flügel hatten und sie nach der Paarung abwarfen: Auf Borneo fand Brown ein Nest von A. rugosus unter der Rinde eines morschen Baumstumpfs, mit einer entflügelten Königin, 5–6 Arbeiterinnen und sehr wenig Brut. Händler beschreiben asiatische Anochetus als monogyn, mit einer einzigen Königin pro Kolonie.

Über die Königin und die Kolonien von A. princeps ist nichts veröffentlicht. Nach der Erfahrung von Antomas ist die Königin geflügelt, wie die ihrer Gruppe, und wirft ihre Flügel nach dem Hochzeitsflug ab. Die Kolonien wachsen in gemäßigtem Tempo, und in Haltung ist eine Kolonie von 200–300 Arbeiterinnen schon eine gute Größe, über dem Durchschnitt der Gattung. Wie sie Kolonien gründet, wurde nicht untersucht. Bei vielen Ponerinen ist die Gründung semiclaustral: Die Königin geht auf die Jagd, um ihre ersten Larven zu füttern, wie Caryl Haskins 1941 bei Bothroponera soror dokumentierte. Bei Anochetus sind sich die Quellen der Halter nicht einig. Bei Antomas verkaufen wir Kolonien mit Königin, bereits etabliert, sodass Sie diese heikle Phase überspringen.

Larven, die Erde brauchen, um ihren Kokon zu spinnen

Wie fast alle Ponerinen verpuppt sich A. princeps in einem Kokon aus Seide. Schon 1915 wies Wheeler darauf hin, dass der Kokon bei allen bekannten Ponerinen vorkommt, mit einer einzigen Ausnahme, einer kleinen afrikanischen Ameise. Und in derselben Arbeit hielt er eine für jeden Halter entscheidende Beobachtung fest: Ameisenlarven können ihren Kokon nicht spinnen, wenn sie nicht vorübergehend von Partikeln umhüllt sind, an denen sie den Faden ihrer Spinndrüsen befestigen können. Deshalb vergraben die Arbeiterinnen die reifen Larven oder bedecken sie mit Erde oder Abfällen.

Bei vielen Ponerinen fressen die Larven außerdem direkt von der Beute, die ihnen die Arbeiterinnen oder die Königin bringen. Halter von Odontomachus wissen, dass Larven, die nicht spinnen können, sterben oder am Ende von der Kolonie gefressen werden, und führen das auf fehlendes Substrat, glatte Oberflächen (Reagenzgläser, Acryl, 3D-Druck) und zu wenig Feuchtigkeit zurück. Bei Antomas fügen wir den tückischsten Faktor in unseren Wohnungen hinzu: die Wärme (siehe „Der Schlüssel: Über 28 °C spinnen die Larven schlecht“).

Größe und Morphologie

Für ihre Gattung große, schlanke Ponerine mit langen, linearen Mandibeln und einer lang gestielten Taille.

  • Färbung. Es gibt keine veröffentlichte wissenschaftliche Beschreibung der Farbe der Arbeiterin. Nach der Erfahrung von Antomas sind die Arbeiterinnen eher orange, mit einem karamellfarbenen Ton: daher der Name „kupferfarben“, unter dem wir sie verkaufen.
  • Mandibeln. Lang und linear, „brotmesserförmig“, mit drei Zähnen an der Spitze und den Auslösehaaren der Falle (siehe „Mandibeln wie ein ‚Brotmesser‘“).
  • Mesosoma und Petiolus. Glattes, glänzendes Pronotum, schlankes Mesosoma mit erhabenem Vorderrand des Mesonotums und ein lang gestielter Petiolus mit stumpfer oder schmal gerundeter Spitze, ohne beschriebene Dornen.
  • Stachel. Funktionsfähig: Sie setzen ihn ein, um Beute zu erledigen, die sich wehrt.
  • Im Vergleich zu ihren Verwandten. A. mixtus hat eine deutlich gestreifte Stirn, A. rugosus einen großenteils gestreiften Kopf.
  • Königin. Über die Königin von A. princeps gibt es keine veröffentlichten Daten. Nach der Erfahrung von Antomas ist sie geflügelt und wirft ihre Flügel nach dem Hochzeitsflug ab, wie die entflügelten Königinnen, die aus ihrer Artengruppe bekannt sind. Ein verlässliches Maß haben wir nicht.
  • Männchen. Geflügelt und kleiner, mit großen Ocellen, stark gewölbten Augen und winzigen Mandibeln, jede mit einer weißlichen Mulde, die zur Abgabe von Pheromonen dienen könnte. Es ist warm zimtfarben, Oberseite von Kopf und Thorax etwas dunkler, Beine und Mundwerkzeuge blassgelb.
  • Entwicklung. Sie verpuppen sich in einem Kokon, für den sie Substrat brauchen. Zur Entwicklungsdauer dieser Art gibt es keine veröffentlichten Daten.

Ungefähre Größen

  • Arbeiterinnen: über 8 mm
  • Königin: keine veröffentlichten Maße
  • Männchen: etwa 5,6 mm, mit einem Vorderflügel von 4,8 mm

Das Maß der Arbeiterin stammt aus dem Schlüssel von Zettel (2012), das des Männchens von Brown (1978), anhand eines Exemplars aus Borneo. Zum Vergleich: A. mixtus aus derselben Gruppe misst 8,4–8,8 mm. Eine moderne Morphometrie der Art gibt es nicht.

Haltung

Schwierigkeit: 4/5 – Fortgeschritten

Sie ist keine Art, die aus Laune schwierig ist, sondern weil ihr Spielraum eng ist. Ihre Bedürfnisse lassen sich auf drei reduzieren: eine stabile Temperatur, die nie über 28 °C steigt, ein sehr feuchtes Nest mit Kokosfaser als Substrat und reichlich abwechslungsreiche Beute. Die Herausforderung liegt im ersten Punkt: In vielen Wohnungen Südeuropas liegen die Räume im Sommer wochenlang über 28 °C, und nach der Erfahrung von Antomas haben die Larven bei diesen Temperaturen Probleme, ihren Kokon zu spinnen. Hinzu kommt, dass es kaum veröffentlichte Haltungsinformationen zu der Art gibt und dass sie mit den Mandibeln springen, und schon haben Sie eine Ameise für Halter mit etwas Erfahrung. Händler stufen andere, kleinere asiatische Anochetus meist als mittelschwer ein; bei Antomas stufen wir unsere als fortgeschritten ein.

Und es lohnt sich sehr. Wenige Ameisen bieten so viel Spektakel auf so wenig Raum: große, schlanke Arbeiterinnen, die mit über 180° geöffneten Mandibeln patrouillieren, Schmeißfliegen mit einem einzigen Schlag fangen, sich mit einem Kieferschlag fortschleudern und, wenn man sie stört, tot stellen. Sie ist eine im Handel sehr seltene und im Hobby kaum dokumentierte Art. Und nach der Erfahrung von Antomas gedeihen sie in Haltung sehr gut, mit einem sehr feuchten Nest und nie über 28 °C.

Empfohlene Parameter

  • Temperatur: 24–27 °C, das ganze Jahr über konstant. Nie über 28 °C. Das ist der Bereich des Waldbodens, auf dem diese Ponerinen leben (siehe „Das Klima ihrer Heimat“). Auch Händler gehen bei anderen asiatischen Anochetus nicht über 28 °C.
  • Nestfeuchtigkeit: sehr hoch, stabil und ohne Staunässe: als Richtwert 70–90 %. In der Natur, neben den Nestern von Regenwald-Ponerinen, liegt sie bei 78–97 %.
  • Substrat: Kokosfaser im Nest, immer feucht (siehe „Empfohlene Formicarien“).
  • Arena: sauber und trockener als das Nest, mit geschlossenem Deckel, einer Ölbarriere und stets verfügbarem Wasser in einem Reagenzglas mit Watte.
  • Licht: Es reicht, ihnen ihren dunklen Bereich im Nest und eine helle Arena zu lassen, mit einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus; in ihrer Heimat dauert der Tag das ganze Jahr über etwa 11–13 Stunden.
  • Diapause: keine (siehe „Diapause“).

Es ist eine Art mit hohem Feuchtigkeitsbedarf, und das Nest austrocknen zu lassen, ist ein schwerer Fehler. Halter anderer Anochetus warnen, dass ein trockenes Nest die Kolonie stresst und die Entwicklung der Brut bremst, und ohne Feuchtigkeit taugt die Kokosfaser nicht zum Spinnen. Hohe Feuchtigkeit heißt nicht Staunässe: Stehendes Wasser und stehende Luft bringen Schimmel. Eine sanfte Belüftung und das Entfernen von Resten sind die beste Vorbeugung.

Der Schlüssel: Über 28 °C spinnen die Larven schlecht

Das ist der wichtigste Punkt dieser Anleitung. Nach der Erfahrung von Antomas haben, wie bei vielen hypogäischen Arten und Ponerinen, die Larven von A. princeps über 28 °C Probleme, ihren Kokon zu spinnen. Das ist eine Beobachtung von uns und anderen Haltern, kein Laborbefund: Wir kennen keine Studie, die das bei Ponerinen gemessen hätte.

Es passt jedoch zum Mikroklima ihrer Heimat: Der Waldboden neben den Nestern einer Regenwald-Ponerine hatte 24,2–27,5 °C, und der Unterwuchs auf Borneo bleibt im Mittel bei etwa 23,9 °C. Zudem zeigte eine Studie mit 17 Ameisenarten, dass Arten, deren Arbeiterinnen mehr Hitze vertragen, auch mehr Wärme für die Brutaufzucht brauchen, und umgekehrt. Eine Ameise des Waldbodens, die wenig Hitze ausgesetzt ist, würde in die zweite Gruppe passen (Letzteres ist unsere eigene Schlussfolgerung).

Woran man es erkennt: bereits große Larven, die sich nicht in ihren Kokon hüllen und schließlich sterben oder von der Kolonie gefressen werden. Wenn Sie das sehen, prüfen Sie zuerst die Temperatur, dann die Feuchtigkeit und das Substrat.

Wie man es vermeidet:

  • Wählen Sie den Standort gut: den kühlsten Raum der Wohnung, fern von Fenstern, direkter Sonne und Heizkörpern.
  • Stellen Sie ein Thermometer neben das Nest und prüfen Sie es vor allem an Sommernachmittagen.
  • Im Sommer keine künstliche Wärme. Liegt Ihre Wohnung wochenlang über 28 °C, brauchen Sie einen klimatisierten Raum.
  • Im Winter sanfte Wärme. Fällt die Raumtemperatur unter 24 °C, verwenden Sie eine sanfte Wärmequelle mit Thermostat an einer Seite des Nests, damit die Kolonie wählen kann; nie unter dem ganzen Nest.
  • Feuchtigkeit und Kokosfaser, immer. Wärme ist der tückischste Faktor, aber nicht der einzige (siehe „Larven, die Erde brauchen, um ihren Kokon zu spinnen“).

Empfohlene Formicarien

Bei Antomas empfehlen wir die Reihe Qbik Wild von Anthouse aus Gips, in ihrer Hybrid-Version, die ein sehr feuchtes Nest am besten stabil hält: Unter den Gängen liegt ein von ihnen getrenntes Verdunstungsreservoir, das die Feuchtigkeit über ein Gitter mit Aktivkohle abgibt, damit das Wasser nicht steht, und dazu kommt ein seitliches Trinkröhrchen. Das passende Format für unsere Kolonien ist das Qbik Wild Duo P 2C Hybrid.

Im Nest ist eine Zutat unverzichtbar: Kokosfaser. Geben Sie eine dünne Schicht in die Kammern und halten Sie sie feucht. Sie erfüllt zwei Aufgaben:

  • Zum Spinnen. Die Larven brauchen Partikel, an denen sie den Kokonfaden befestigen können, und die Arbeiterinnen bedecken sie damit. Halter von Odontomachus sind sich einig, dass feuchte Kokosfaser sehr gut funktioniert, trockene dagegen nicht.
  • Für die Feuchtigkeit. Sie speichert Wasser und verteilt es in der Kammer, wie der Waldboden.

Achten Sie darauf, dass in den Brutkammern Fasern bleiben: Manchmal tragen die Arbeiterinnen sie aus dem Nest, und die Larven stehen ohne Material da. Ist das der Fall, füllen Sie etwas nach. Verwenden Sie Kokosfaser ohne Dünger und Zusätze.

Ergänzen Sie die Einrichtung mit diesen Details:

  • Geschlossener Deckel auf der Arena und eine Ölbarriere am Rand (siehe „Ausbrüche und Barrieren“).
  • Saubere Arena, trockener als das Nest, ohne Reste, die schimmeln oder als Brücke über die Barriere dienen.
  • Immer Wasser verfügbar: Für langkiefrige Arten wie diese empfehlen wir bei Antomas ein Reagenzglas mit Wasser und Watte in der Arena; sie trinken problemlos an der Watte.
  • Eine Tränke für den gelegentlichen Zucker; nie Watte (siehe „Fütterung“).

Ankunft und Umzug

Bei Antomas verkaufen wir Kolonien mit Königin, Arbeiterinnen und Brut. Lassen Sie Ihre Kolonie nach der Ankunft an einem ruhigen Ort bei 24–27 °C ruhen und prüfen Sie, ob sie Wasser hat. Ins Formicarium bringen wir sie durch Ausschütten: Wir öffnen das Röhrchen in der Arena, neben dem Nesteingang, und schütten die Kolonie (Arbeiterinnen, Königin und Brut) mit sanftem Klopfen aus, wobei wir Nachzüglern mit einem Pinsel helfen. Drei Tipps für diese Art:

  • Den Deckel griffbereit: Eine Arbeiterin kann durch einen Kieferschlag hinausgeschleudert werden.
  • Geduld mit den „Toten“: Bleibt eine reglos liegen, stellt sie sich wahrscheinlich nur tot.
  • Die Kokosfaser bereit: Das Nest sollte sein feuchtes Substrat schon haben, wenn sie ankommen.

Gehen Sie ruhig und ohne Angst vor: Innerhalb weniger Stunden haben sie das Nest bezogen. Und haben Sie Geduld: Sie wachsen in gemäßigtem Tempo, und eine Kolonie von 200–300 Arbeiterinnen ist schon eine gute Größe. Ihr Reiz liegt in der Qualität, nicht in der Menge.

Fütterung

A. princeps ist vor allem eine Jägerin, und ihre Nahrung ist Protein. Bei Antomas füttern wir sie mit Fliegen, Schmeißfliegen, Drosophila, Thermobia (Silberfischchen), Mini-Grillen und kleinen Schaben, möglichst lebend: So sehen Sie die Falle in Aktion, den großen Reiz dieser Art. Händler ergänzen, dass sie auch frisch getötete Beute annehmen.

  • Beutegröße. Etwas, das sie überwältigen können: für eine kleine Kolonie kleine Beute (Drosophila, Mini-Grillen, Thermobia); wenn sie wächst, Schmeißfliegen und kleine Schaben.
  • In der Nähe der Brut. Die Larven fressen direkt von der Beute, die die Arbeiterinnen ins Nest bringen. Bleibt ein großes Beutetier in der Arena liegen, bieten Sie es in kleinen Stücken an.
  • Wechseln Sie die Insektenart von Woche zu Woche, damit sie nicht immer dasselbe fressen.
  • Insekten aus vertrauenswürdiger Quelle. Kaufen Sie sie bei einem zuverlässigen Anbieter: Mit Insektiziden oder Akariziden behandelte Insekten können die Kolonie töten.

Je mehr sie fressen, desto besser und schneller wachsen sie. Das ist die Philosophie von Antomas: Wenn Sie täglich Pflege betreiben und Reste entfernen, ist Überfüttern besser, denn die Kolonie versteht, dass sie mehr Ressourcen hat, und wächst schneller und zahlreicher. Wenn Sie nicht oft reinigen können, sollten Sie lieber nicht überfüttern: Übrig gebliebenes Futter verdirbt und bringt Schimmel und Milben. Entfernen Sie Reste innerhalb von 24 Stunden. Und lassen Sie sie nicht mehrere Tage ohne Protein: Ein Halter einer anderen Anochetus verlor fast die gesamte Brut, nachdem er sie einige Tage nicht füttern konnte.

Zucker nur als gelegentliche Ergänzung. Er ist nicht die Grundlage ihrer Ernährung und darf Protein nie ersetzen. Ab und zu können Sie ihnen einen Tropfen eines Nektars wie den Nektar Blue Sugar von Anthouse anbieten, immer in einer Tränke und nie auf Watte, denn Watte schimmelt und verdirbt die Flüssigkeit sehr schnell. Verwenden Sie eine klassische oder selbst gebaute Tränke, in der der Tropfen „ausgebreitet“ und gut erreichbar bleibt.

Wasser: immer, im Reagenzglas mit Watte. Das ist das Einzige, das ihnen nie fehlen darf.

Diapause

Keine Diapause: In einem guten Teil ihres Verbreitungsgebiets gibt es keinen Winter, und am Waldboden kommen Temperaturschwankungen stark abgefedert an (siehe „Das Klima ihrer Heimat“). Halter sind sich einig, dass sie keine braucht, und ein Händler warnt, dass absichtliches Abkühlen ihr schaden kann. Bei Antomas halten wir sie das ganze Jahr über aktiv, bei konstant 24–27 °C, ohne winterliche Absenkung. Vermeiden Sie aber plötzliche Wechsel.

Verhalten in Gefangenschaft

Geduldige Jägerinnen. Sie werden sehen, wie die Arbeiterinnen mit geöffneten Mandibeln durch die Arena patrouillieren, mit den Fühlern tasten und dann plötzlich zuschlagen: Jede Fütterung ist eine kleine Jagd.

Unauffällig. Ein Halter einer anderen Anochetus berichtete, dass sich seine Arbeiterinnen gern versteckten. Wenn Sie sie stören, stellen sie sich meist tot oder schleudern sich mit einem Kieferschlag fort, statt anzugreifen.

Beobachten ohne Angst. Bei Antomas finden wir, dass Ameisen da sind, um sie zu genießen, zu beobachten und von ihnen zu lernen, nicht um sie versteckt zu halten. Es reicht, ihnen ihren dunklen Bereich im Nest und eine helle Arena zu lassen und sie behutsam zu beobachten, mit so wenig Eingriffen und Stress wie möglich. Sie gewöhnen sich an Ihre Anwesenheit.

Warnsignale:

  • Große Larven, die ihren Kokon nicht spinnen: Prüfen Sie die Temperatur (nie über 28 °C), die Feuchtigkeit und die Kokosfaser.
  • Brut verschwindet: Fast immer fehlt Futter.
  • Schimmel im Nest: vergessene Futterreste oder stehendes Wasser.
  • Arbeiterinnen drängen sich am Wasser oder die Königin ist außerhalb des Nests: Prüfen Sie die Nestfeuchtigkeit.

Ausbrüche und Barrieren

Nach der Erfahrung von Antomas springen sie mit den Mandibeln, klettern aber nur mäßig. Das erleichtert die Sache: Eine Ölbarriere am Rand der Arena funktioniert bei ihnen gut. Ergänzen Sie sie mit einem geschlossenen Deckel und einer sauberen Arena, ohne Reste oder Dekoration, die die Barriere berühren und ihnen als Brücke dienen.

Der Sprung ist ihr bestes Mittel zur Flucht: Eine erschreckte Arbeiterin kann durch einen Kieferschlag nach hinten geschleudert werden und bei offenem Deckel draußen landen. Öffnen Sie den Deckel zum Füttern oder Reinigen ruhig und schließen Sie ihn danach wieder. Prüfen Sie auch Stopfen, Verbindungen und Anschlüsse.

Umgang und Sicherheit

Sie haben einen funktionsfähigen Stachel und können stechen. In der Gattung wird der Stich als leicht schmerzhaft beschrieben (so beschreibt ihn ein Händler für A. graeffei, der hinzufügt, dass sie gegenüber Menschen nicht aggressiv sind). Außerdem können sie Ihnen einen Kieferschlag versetzen, denselben, mit dem sie jagen. Bei Antomas empfehlen wir, sie immer mit entomologischem Werkzeug zu handhaben (einem weichen Pinsel oder einer weichen Pinzette), nie mit den Händen, und vorsichtig zu sein, wenn Sie gegen Hautflüglerstiche allergisch sind. Arbeiten Sie langsam, um die Königin weder zu verlieren noch zu verletzen. Es ist eine exotische Art: Sie darf auf keinen Fall freigelassen werden.

Was Sie vermeiden sollten

  • Die Temperatur über 28 °C steigen lassen: Die Larven haben Probleme, ihren Kokon zu spinnen.
  • Das Nest austrocknen lassen: Es braucht jederzeit hohe Feuchtigkeit.
  • Die Kokosfaser vergessen oder zulassen, dass die Arbeiterinnen die Brutkammern leeren.
  • Das Nest unter Wasser setzen oder die Luft stehen lassen: Das bringt Schimmel.
  • Am Protein sparen, immer dasselbe Insekt geben oder Reste länger als 24 Stunden liegen lassen.
  • Protein durch Zucker ersetzen oder Zucker auf Watte geben: nur ab und zu und in einer Tränke.
  • Ihnen eine Diapause verordnen oder die Temperatur im Winter senken.
  • Den Deckel offen lassen oder die Arena verschmutzen lassen: Sprung und Reste sind ihre Fluchtwege.
  • Eine reglose Arbeiterin für tot halten, ohne ein paar Minuten zu warten.
  • Sie mit den Händen anfassen.
  • Sie versteckt halten: Sie sind da, um beobachtet und genossen zu werden; tun Sie es behutsam und mit möglichst wenigen Eingriffen.

Wissenschaftliche Quellen

Diese Haltungsanleitung beruht auf der wissenschaftlichen Literatur zu Anochetus princeps und den Schnappkieferameisen, auf Klimadaten aus ihrem Verbreitungsgebiet sowie auf der Erfahrung von Antomas und anderer Halter. Wichtigste Quellen:

  1. Zettel, H. (2012). New trap-jaw ant species of Anochetus Mayr, 1861 (Hymenoptera: Formicidae) from the Philippine Islands, a key and notes on other species. Myrmecological News 16: 157–167. Volltext in Myrmecological News (frei zugänglich)
  2. Chen, Z., Yang, Z. & Zhou, S. (2019). Review of the ant genus Anochetus Mayr, 1861 (Hymenoptera, Formicidae) from China, with revival of the valid status of Anochetus gracilis. Journal of Hymenoptera Research 68: 49–74. doi:10.3897/jhr.68.30784
  3. Larabee, F. J. & Suarez, A. V. (2014). The evolution and functional morphology of trap-jaw ants (Hymenoptera: Formicidae). Myrmecological News 20: 25–36. Volltext in Myrmecological News (frei zugänglich)
  4. Gronenberg, W., Tautz, J. & Hölldobler, B. (1993). Fast trap jaws and giant neurons in the ant Odontomachus. Science 262: 561–563. doi:10.1126/science.262.5133.561
  5. Patek, S. N., Baio, J. E., Fisher, B. L. & Suarez, A. V. (2006). Multifunctionality and mechanical origins: ballistic jaw propulsion in trap-jaw ants. PNAS 103: 12787–12792. doi:10.1073/pnas.0604290103
  6. Spagna, J. C. et al. (2008). Phylogeny, scaling, and the generation of extreme forces in trap-jaw ants. Journal of Experimental Biology 211: 2358–2368. doi:10.1242/jeb.015263
  7. Gibson, J. C., Larabee, F. J., Touchard, A., Orivel, J. & Suarez, A. V. (2018). Mandible strike kinematics of the trap-jaw ant genus Anochetus Mayr (Hymenoptera: Formicidae). Journal of Zoology 306: 119–128. doi:10.1111/jzo.12580
  8. Larabee, F. J. & Suarez, A. V. (2015). Mandible-powered escape jumps in trap-jaw ants increase survival rates during predator-prey encounters. PLOS ONE 10: e0124871. doi:10.1371/journal.pone.0124871
  9. Larabee, F. J. et al. (2016). Molecular phylogenetics and diversification of trap-jaw ants in the genera Anochetus and Odontomachus (Hymenoptera: Formicidae). Molecular Phylogenetics and Evolution 103: 143–154. doi:10.1016/j.ympev.2016.07.024
  10. Fernandes, I. O., Larabee, F. J., Oliveira, M. L., Delabie, J. H. C. & Schultz, T. R. (2021). A global phylogenetic analysis of trap-jaw ants, Anochetus Mayr and Odontomachus Latreille (Hymenoptera: Formicidae: Ponerinae). Systematic Entomology 46: 685–703. doi:10.1111/syen.12483
  11. Wheeler, W. M. (1915). On the presence and absence of cocoons among ants, the nest-spinning habits of the larvae and the significance of the black cocoons among certain Australian species. Annals of the Entomological Society of America 8: 323–342. doi:10.1093/aesa/8.4.323
  12. Ehmer, B. & Hölldobler, B. (1995). Foraging behavior of Odontomachus bauri on Barro Colorado Island, Panama. Psyche 102: 215–224. doi:10.1155/1995/27197
  13. Penick, C. A., Diamond, S. E., Sanders, N. J. & Dunn, R. R. (2017). Beyond thermal limits: comprehensive metrics of performance identify key axes of thermal adaptation in ants. Functional Ecology 31: 1091–1100. doi:10.1111/1365-2435.12818
  14. Ismaeel, A. et al. (2024). Patterns of tropical forest understory temperatures. Nature Communications 15: 549. doi:10.1038/s41467-024-44734-0
Dificultad
Erfahren
No reviews

16 andere Artikel in der gleichen Kategorie: