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Phyllocrania paradoxa – Geistermantis
Biologie
Phyllocrania paradoxa ist eine kleine afrikanische Gottesanbeterin, die weithin für ihre außergewöhnliche Tarnfähigkeit bekannt ist. Sie bewohnt warme und relativ trockene Regionen des afrikanischen Kontinents, wo sie zwischen Sträuchern, trockenen Ästen und Ansammlungen abgestorbener Blätter lebt.
Ihr Erscheinungsbild imitiert auf erstaunliche Weise ein trockenes oder verwelktes Blatt, wodurch sie sowohl vor Fressfeinden als auch vor potenzieller Beute nahezu unbemerkt bleibt. Diese Tarnung stellt ihren wichtigsten Verteidigungsmechanismus und eines der charakteristischsten Merkmale der Art dar.
Es handelt sich um eine Lauerjägerin. Sie verharrt lange Zeit regungslos und wartet auf kleine Insekten, die sie mit einem schnellen Zuschlagen ihrer Fangbeine erbeutet.
Sie ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, kann jedoch in ruhiger Umgebung oder während der Nahrungsaufnahme auch tagsüber aktiv sein.
Im Gegensatz zu anderen territorialeren oder aggressiveren Fangschrecken zeigt Phyllocrania paradoxa ein gewisses Maß an innerartlicher Toleranz, insbesondere im Jugendstadium und bei reichlich vorhandenem Futter. Unter bestimmten Bedingungen können daher kleine Gruppen relativ stabil zusammen gehalten werden.
Die Weibchen produzieren relativ kleine Ootheken, aus denen zahlreiche sehr schlanke und agile Nymphen schlüpfen.
Aufgrund ihres einzigartigen Aussehens, ihres ruhigen Verhaltens und ihrer vergleichsweise einfachen Haltung ist diese Art in der Terraristik sehr beliebt.
Größe und Morphologie
Phyllocrania paradoxa besitzt eine äußerst schlanke Morphologie und ist hochspezialisiert auf pflanzliche Mimikry.
Der Körper weist unregelmäßige Fortsätze und Lappen auf, die die trockenen und zerrissenen Ränder verwelkter Blätter nachahmen. Der Kopf besitzt eine auffällige, blattartige Erweiterung.
Die Färbung variiert stark zwischen den Individuen und reicht je nach Luftfeuchtigkeit, Genetik und Häutungsstadium von Braun-, Grau- und Beigetönen bis hin zu grünlichen Farben.
Die Beine sind lang und schlank und ermöglichen langsame, schaukelnde Bewegungen, die den Tarneffekt verstärken.
Männchen sind kleiner, schlanker und aktiver und besitzen verhältnismäßig längere Flügel. Weibchen sind robuster und schwerer.
Ungefähre Maße:
- Männchen: 4–5 cm
- Weibchen: 5–6 cm
Haltung in Gefangenschaft
Phyllocrania paradoxa ist eine relativ einfach zu haltende Fangschrecke und daher eine ausgezeichnete Wahl für Einsteiger in die Haltung exotischer Mantiden.
Empfohlene Haltungsparameter
- Temperatur: 22–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: 50–70 %
- Belüftung: sehr hoch
- Terrarium: vertikal, gut belüftet und mit zahlreichen dünnen Ästen ausgestattet
Eine gute Belüftung ist besonders wichtig, um Häutungsprobleme und Pilzinfektionen zu vermeiden.
Einrichtung
Das Terrarium sollte zahlreiche Klettermöglichkeiten und erhöhte Bereiche bieten, damit sich die Tiere während der Häutung korrekt aufhängen können.
Empfohlen werden:
- Dünne Äste
- Rinde
- Getrocknete Pflanzen
- Leichte natürliche Dekoration
Die Höhe des Terrariums ist entscheidend, da Fangschrecken ausreichend vertikalen Raum benötigen, um sich erfolgreich häuten zu können.
Ernährung
Sie ernährt sich von kleinen lebenden Insekten.
Sie akzeptiert problemlos:
- Fliegen
- Fruchtfliegen (Drosophila)
- Mikroheimchen
- Kleine Motten
- Kleine Schabenarten
Junge Nymphen bevorzugen meist fliegende oder sehr bewegliche Beutetiere.
Eine Überfütterung sollte insbesondere bei adulten Weibchen vermieden werden.
Verhalten und Vergesellschaftung
Es handelt sich um eine relativ ruhige und weniger aggressive Art als viele andere Fangschrecken.
Unter bestimmten Bedingungen kann sie in kleinen Gruppen gehalten werden:
- Viel Platz
- Zahlreiche Versteckmöglichkeiten
- Regelmäßige Fütterung
Trotzdem ist Kannibalismus weiterhin möglich, insbesondere nach Häutungen oder während Futterknappheit.
Männchen sind sehr aktiv und bewegen sich während der Geschlechtsreife häufig ständig auf der Suche nach Weibchen.
Handhabung
Aufgrund ihrer äußerst leichten Körperstruktur ist diese Art körperlich sehr empfindlich.
Sie zeigt gegenüber dem Halter normalerweise keine Aggression und versucht nur selten zu beißen.
Dennoch sollte direkter Kontakt auf ein Minimum reduziert werden. Es ist ratsam, das Tier selbstständig auf andere Oberflächen oder Behälter wechseln zu lassen, um versehentliche Schäden an Beinen oder Flügeln zu vermeiden.