Medauroidea extradentata – Insecto Palo
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Medauroidea extradentata – Vietnamesische Stabschrecke

Biologie

Medauroidea extradentata, bekannt als Vietnamesische Stabschrecke oder Annam-Stabschrecke, ist ein Phasmid aus Vietnam. Sie ist mit warmen und feuchten Lebensräumen mit reichlicher Vegetation verbunden.

Ihre wichtigste Verteidigung ist die Tarnung. Der langgestreckte Körper, die schmalen Beine und die pflanzenähnliche Färbung machen es schwierig, sie von einem kleinen Ast zu unterscheiden. Wenn sie still bleibt, scheint sie vollständig in die Vegetation integriert zu sein.

Es handelt sich um eine grundsätzlich nachtaktive Art. Tagsüber ruht sie meist zwischen der Vegetation, während ihre Aktivität bei Einbruch der Dämmerung zunimmt, sie sich im Terrarium bewegt und zu fressen beginnt.

Einer der interessantesten Aspekte ist die Fortpflanzung. Viele in Gefangenschaft gehaltene Linien können sich durch Parthenogenese vermehren, sodass ein Weibchen Nachkommen erzeugen kann, ohne befruchtet zu werden.

Männchen existieren und die Art kann sich auch sexuell fortpflanzen, sie sind jedoch in vielen europäischen Zuchtlinien deutlich seltener. Wenn nur Weibchen gehalten werden, bringen parthenogenetische Eier normalerweise nur Weibchen hervor.

Das Weibchen baut kein Nest und pflegt die Eier nicht. Es lässt sie einzeln auf den Boden des Terrariums fallen, wo sie bis zum Schlupf verbleiben. Die Inkubationsdauer kann je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit erheblich variieren.

Diese einfache Fortpflanzung macht M. extradentata zu einer sehr dankbaren Art, erfordert aber auch eine Kontrolle der Eimenge. Ein einzelnes Weibchen kann schnell eine große Population hervorbringen.

Sie durchläuft keine Winterdiapause, wie sie bei Arten aus gemäßigten Klimazonen vorkommt. Bei stabiler Temperatur und geeigneter Nahrung kann sie das ganze Jahr über aktiv bleiben und sich fortpflanzen.

Größe und Morphologie

Medauroidea extradentata besitzt einen extrem langen und schmalen Körper, ohne funktionsfähige Flügel bei beiden Geschlechtern. Ihr Erscheinungsbild erinnert stark an einen trockenen Zweig.

Die Färbung kann zwischen Grün, Beige, Hellbraun und Dunkelbraun variieren. Einige Exemplare zeigen zudem nach jeder Häutung oder abhängig von den Umweltbedingungen unterschiedliche Farbtöne.

Die Weibchen sind deutlich größer, robuster und schwerer als die Männchen. Ihr Hinterleib ist breit, besonders wenn sie Eier tragen, und sie wirken insgesamt massiger.

Die Männchen, wenn sie auftreten, sind kleiner und schlanker. Sie besitzen einen leichten Körper und noch filigranere Proportionen, wodurch sie sich gut von den Weibchen unterscheiden lassen.

Ungefähre Maße

  • Weibchen: etwa 10–12 cm
  • Männchen: etwa 7–8 cm
  • Frisch geschlüpfte Nymphen: etwa 1,5–2 cm

Die Beine sind lang und empfindlich. Sie sind perfekt daran angepasst, sich an Ästen und Blättern festzuhalten, können jedoch beschädigt werden, wenn das Tier gegriffen oder von einer Oberfläche abgezogen wird.

Die Nymphen müssen mehrere Häutungen durchlaufen, bevor sie das Adultstadium erreichen. Während der Ecdysis hängen sie an der Vegetation und schlüpfen langsam aus dem alten Exoskelett.

Haltung in Gefangenschaft

Medauroidea extradentata kann als einfache Art gelten, geeignet für Personen, die mit der Haltung von Phasmiden beginnen.

Ihre einfache Haltung bedeutet nicht, dass sie ohne Planung gehalten werden kann. Belüftung, vertikaler Raum, ständige Verfügbarkeit frischer Blätter und Eikontrolle sind entscheidend.

Empfohlene Parameter

  • Temperatur: 20–26 °C
  • Nachttemperatur: kann auf 18–20 °C sinken
  • Relative Luftfeuchtigkeit: 60–80 %
  • Terrarium: hoch, belüftet und mit vielen Ästen

In einem Raum, der innerhalb dieser Werte bleibt, benötigt sie keine zusätzliche Heizung. Übermäßig hohe Temperaturen, besonders über 30 °C, können schädlich sein.

Die Höhe des Terrariums sollte mindestens etwa das Dreifache der Körperlänge des adulten Tieres betragen. Für eine kleine Gruppe wird ein hohes und gut belüftetes Terrarium empfohlen.

Das Terrarium sollte alle ein bis zwei Tage leicht besprüht werden, wobei die Häufigkeit an Belüftung und Raumklima angepasst wird. Tropfen auf den Blättern ermöglichen den Tieren das Trinken.

Das Becken sollte nicht dauerhaft nass gehalten werden. Die Kombination aus hoher Feuchtigkeit, Pflanzenresten und unzureichender Belüftung begünstigt Pilze und Milben.

Ernährung

Die am meisten empfohlenen Pflanzen sind:

  • Brombeere
  • Rose
  • Eiche
  • Weißdorn
  • Himbeere
  • Efeu

Brombeere ist meist die praktischste Option, da sie über einen großen Teil des Jahres verfügbar bleibt und leicht angenommen wird.

Alle Blätter müssen von Orten stammen, die frei von Pestiziden, Herbiziden, städtischen Behandlungen und direkter Verkehrsverschmutzung sind. Vor dem Einbringen ins Terrarium sollten sie gründlich gewaschen werden.

Die Zweige können in einem Behälter mit Wasser frisch gehalten werden. Die Öffnung muss mit Watte, Gaze oder perforiertem Papier abgedeckt werden, damit Nymphen nicht ertrinken.

Die Blätter sollten ersetzt werden, wenn sie zu trocknen beginnen. Eine Pflanze, die nicht mehr attraktiv ist, kann dazu führen, dass junge Tiere zu viel Zeit mit der Nahrungssuche verbringen.

Fortpflanzung und Inkubation

Adulte Weibchen lassen die Eier auf das Substrat fallen. Sie können regelmäßig gesammelt und in einen belüfteten Inkubationsbehälter überführt werden.

Die Eier sollten auf Vermiculit, Kokosfaser, sauberem Sand oder leicht feuchtem Küchenpapier gehalten werden. Das Medium darf niemals durchnässt sein, da dies das Schimmelrisiko erhöht.

Eine Temperatur von etwa 22–25 °C sorgt normalerweise für eine stabile Entwicklung. Eine moderate Feuchtigkeit sollte beibehalten und die Eier regelmäßig kontrolliert werden.

Da es sich um eine sehr produktive Art handelt, ist es nicht ratsam, alle produzierten Eier zu inkubieren. Es sollte nur die Anzahl an Tieren ausgewählt werden, die korrekt gehalten werden kann.

Überschüssige Eier, Nymphen oder adulte Tiere dürfen niemals in die Natur freigesetzt werden. Es handelt sich um eine robuste Art mit parthenogenetischer Fortpflanzung, und eine unverantwortliche Freisetzung könnte ein ökologisches Problem darstellen.

Verhalten in Gefangenschaft

Tagsüber bleibt sie meist regungslos, besonders wenn das Terrarium viel Licht erhält. Ihre Aktivität nimmt bei Einbruch der Nacht zu, wenn man sie beim Fressen und Umherlaufen beobachten kann.

Sie ist keine aggressive Art, beißt nicht nennenswert und besitzt weder Stachel noch gefährliche Abwehrsekrete. Ihre Strategie besteht hauptsächlich darin, still und getarnt zu bleiben.

Sie kann in Gruppen gehalten werden, solange ausreichend Platz und Nahrung vorhanden sind. Überbesatz führt zu Konkurrenz um die besten Häutungsplätze, Eiansammlungen und größeren Hygieneproblemen.

Handhabung und Sicherheit

Sie kann vorsichtig gehandhabt werden, indem man das Insekt freiwillig auf die Hand laufen lässt. Es darf niemals an einem Bein gegriffen oder gezogen werden, da dieses als Abwehrmechanismus abgeworfen werden kann.

Nymphen können einige verlorene Gliedmaßen bei späteren Häutungen teilweise regenerieren, adulte Tiere besitzen diese Wachstumsfähigkeit jedoch nicht mehr.

Sie ist für den Menschen harmlos, aber körperlich empfindlich. Am besten genießt man sie, indem man ihr Verhalten beobachtet und sie sich selbstständig bewegen lässt, wenn eine Handhabung notwendig ist.

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