Myrmecocystus placodops kaufen | Haltung & Pflege
Myrmecocystus placodops kaufen | Haltung & Pflege

Myrmecocistus placodops

145,00 €
Bruttopreis
Kolonie

 

Myrmecocystus placodops – Rotköpfige Honigtopfameise

Biologie

Myrmecocystus placodops ist eine große nordamerikanische Honigtopfameise, die von den Ebenen West- und Südtexas über New Mexico und Arizona bis in verschiedene Regionen Nordmexikos verbreitet ist.

Sie bewohnt vielfältige aride und semiaride Lebensräume: trockene Grasländer, Mesquite- und Akaziensavannen, Kreosotbuschland, steinige Ebenen und Wüstengebiete mit spärlicher Vegetation. Die Nester liegen meist in kompakten, gut drainierten Böden.

Im Gegensatz zu Myrmecocystus mexicanus, die vor allem nachts aktiv ist, ist M. placodops deutlich tagaktiv. Die Arbeiterinnen sammeln überwiegend bei Tageslicht, selbst bei relativ hohen Temperaturen.

Das Erscheinungsbild ist auffällig: Aus der Entfernung wirken die Arbeiterinnen wie kleine Metalltropfen, die schnell über den Boden laufen; aus der Nähe zeigt sich der starke Kontrast zwischen rötlichem Kopf und restlichem Körper.

Sie zeichnet sich außerdem durch räuberisches und aasfressendes Verhalten aus. Sie erbeutet kleine Arthropoden, sammelt tote Insekten und nutzt jede zugängliche Proteinquelle in Nestnähe.

Arbeiterinnen besuchen Blüten und andere Pflanzenteile, um Nektar zu sammeln. Sie nutzen außerdem Honigtau, Fruchtsäfte und süße Sekrete verschiedener Wüstenpflanzen.

Repleten: lebende Vorräte

Wie andere Honigtopfameisen bildet M. placodops Repleten, Arbeiterinnen, die große Mengen Flüssigkeit im sozialen Kropf speichern, bis der Gaster zu einem riesigen durchscheinenden Nahrungsspeicher wird.

Diese Arbeiterinnen hängen an Decken oder Wänden tiefer Kammern. Bei reichlichem Nektar und anderen Nährflüssigkeiten werden sie durch Trophallaxis gefüttert; in Mangelzeiten geben sie die gespeicherte Flüssigkeit zurück.

Sie funktionieren wie eine gemeinschaftliche Speisekammer aus lebenden Individuen: Sie speichern Nahrung und verteilen sie genau dann, wenn Arbeiterin, Larve oder Königin sie benötigen.

Repleten werden nicht zwingend für diese Aufgabe geboren. Bestimmte, meist große und noch junge Arbeiterinnen werden zunehmend überfüttert, bis sich ihr Gaster ausdehnt.

Die gespeicherte Flüssigkeit kann transparent, gelb, orange, rötlich oder braun sein. In derselben Kolonie können Repleten verschiedener Farben vorkommen.

Ein Nest von außergewöhnlicher Größe

Natürliche Nester von M. placodops können erstaunliche Tiefen erreichen. Kolonien wurden mehr als drei Meter tief ausgegraben, und ein Nest nahe Tucson reichte noch weiter hinab.

Die ersten Gänge durchqueren Kies- oder kompakte Bodenschichten. In tieferen, weicheren und stabileren Schichten bauen die Ameisen breite, niedrige Kammern für Repleten.

Bei einer solchen Ausgrabung wurden mehr als 1.500 Repleten sowie mehrere Hundert normale Arbeiterinnen geborgen. Dies zeigte, dass die Art enorme Nahrungsspeicher bilden kann.

Die Architektur ähnelt einer nach unten gebauten Stadt: Arbeiterinnen arbeiten nahe der Oberfläche, während die wertvollsten Reserven in tiefen Lagerräumen geschützt bleiben.

Diese Tiefe lässt sich in Gefangenschaft nicht wörtlich nachbilden, aber ihre Logik schon: breite Kammern, raue Decken, trockene Bereiche für Repleten und ein Feuchtigkeitsgradient.

Kolonien sollten in Gefangenschaft als monogyn betrachtet werden. Königinnen verschiedener Flüge, Fundorte oder Kolonien sollten nicht zusammengeführt werden.

Die Gründung wird als klaustral behandelt. Die Königin kann in einem Reagenzglas bleiben und ihre Körperreserven für die ersten Arbeiterinnen nutzen. Eine regelmäßige Fütterung ist in dieser Phase nicht nötig.

Größe und Morphologie

Myrmecocystus placodops gehört zu den größten nordamerikanischen Honigtopfameisen. Sie zeigt kontinuierlichen Polymorphismus mit kleinen, mittleren und großen Arbeiterinnen, aber keine eigene Soldatenkaste.

Arbeiterinnen besitzen rötliche, rostfarbene oder kastanienbraune Köpfe und Mesosomen. Der Gaster ist meist sehr dunkelbraun oder schwarz, wodurch eine charakteristische Zweifarbigkeit entsteht.

Beine und Antennen können braun, dunkelrot oder fast schwarz sein. Bei kleineren Arbeiterinnen wirken Mesosoma und Extremitäten meist dunkler.

Große Arbeiterinnen besitzen einen sehr breiten, runden Kopf, der von vorn fast kreisförmig erscheint. Diese orbikuläre Form ist eines der markantesten Merkmale der Art.

Obwohl der Kopf an einen Soldaten erinnern kann, gehören diese großen Arbeiterinnen zu einer graduellen Größenreihe. Sie können Verteidigung, Beutefang und Speicherung übernehmen.

Die Königin hat einen rostfarbenen oder rötlichen Kopf, ein rotbraunes Mesosoma und einen dunklen, kräftigen Gaster. Diese Färbung erklärt den Handelsnamen Rotköpfige Honigtopfameise.

Ungefähre Maße

  • Arbeiterinnen: etwa 6–11 mm
  • Königin: etwa 14–16 mm
  • Repleten: arbeiterinnengroßer Körper mit stark vergrößertem Gaster

Diese Maße sind Richtwerte, da es große Unterschiede zwischen Arbeiterinnengrößen, Populationen und Haltungslinien gibt.

Als Mitglied der Unterfamilie Formicinae besitzt sie keinen Stachel. Sie verteidigt sich mit Mandibeln und Ameisensäure aus dem Gasterende.

HALTUNG IN GEFANGENSCHAFT

Myrmecocystus placodops ist ausschließlich für erfahrene Halter zu empfehlen.

Die Gründung kann schwierig sein, und Kolonien stabilisieren sich möglicherweise erst nach zwei Jahren, wenn sie mehr als 100 Individuen umfassen. Repleten sind äußerst empfindlich.

Empfohlene Parameter

  • Entwicklungstemperatur: 25–29 °C
  • Lokaler Wärmepunkt: 28–30 °C
  • Nachttemperatur: darf moderat sinken
  • Nestfeuchtigkeit: lokal begrenzt
  • Repletenkammern: trocken und gut belüftet

Die Kolonie benötigt einen klaren Gradient. Eier und Larven brauchen einen befeuchteten Bereich, Repleten dagegen trockene, stabile und kondensationsfreie Flächen.

Das gesamte Nest sollte nicht gleichmäßig beheizt werden. Die Kolonie muss die Brut bei Bedarf vom Wärmepunkt entfernen können.

Gründung und Nektarkontrolle

Die Königin sollte in einem Reagenzglas mit Wasserreservoir bleiben und vor Licht und Vibrationen geschützt werden.

Da die Gründung klaustral ist, benötigt sie vor dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen keine kontinuierliche Fütterung. Ein gelegentlicher Mikrotröpfchen wäre nur bei ungewöhnlich langer Gründung sinnvoll.

Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen sollte die Kohlenhydratzufuhr reduziert und kontrolliert werden. Ein voller Nektarspender sollte nicht sofort installiert werden.

Bei überfütterter Gründung oder Minikolonie kann die Königin selbst zu viel Flüssigkeit einlagern und den Gaster aufblähen, wodurch sie vorübergehend eine repletenähnliche Rolle übernimmt.

In den ersten Generationen sollten Mikrotröpfchen angeboten werden, die schnell verbraucht werden können, ohne große Reserven aufzubauen.

Es wird empfohlen, bis zur zweiten oder dritten Arbeiterinnengeneration zu warten, bevor Dauerspender eingesetzt werden. Dann erscheinen Arbeiterinnen, die sich zu Repleten entwickeln können.

Ziel ist nicht, die Kolonie schnell zu füllen, sondern eine schrittweise Spezialisierung zu ermöglichen.

EMPFOHLENE FORMIKARIEN

Vertikale Anthouse-Nester werden für Gründungen und Minikolonien nicht empfohlen. Sie sind besser geeignet, wenn bereits viele Repleten und eine stabile Population vorhanden sind.

Für die ersten Phasen wird empfohlen:

Die Wild-One-Kammern sind hoch genug, damit erste Repleten an Wänden und Decke hängen können, ohne die Kolonie frühzeitig in ein großes vertikales Nest umzusetzen.

Zugleich bietet es eine angenehme horizontale Fläche für Königin, Brut und normale Arbeiterinnen und erleichtert die Beobachtung der ersten Repleten.

Die Erweiterung sollte schrittweise erfolgen. Ein deutlich größeres Nest sollte erst verbunden werden, wenn das Anfangsmodul wirklich besetzt ist.

Für große Kolonien wird empfohlen:

Der Nona Wild ohne vorgefertigte Kammern erlaubt der Kolonie, ihr eigenes Gangnetz auszugraben und zu organisieren. Trotz des Tiefenunterschieds bildet er die natürliche Struktur relativ gut nach.

Ein kompakter Bodengrund muss stabile Decken tragen können. Feuchtigkeit sollte lokal eingebracht werden, ohne Repletenkammern zu durchnässen.

Dieser Aufbau ist reifen Kolonien vorbehalten. Bei kleinen Kolonien würden Königinnenkontrolle, Fütterung und Bildung erster Repleten erschwert.

Ernährung

Kohlenhydrate

  • Spezifischer Ameisennektar
  • Zuckerwasser
  • Verdünnter Honig
  • Ausgewogene Sirupe
  • Kleine Portionen reifer Früchte
  • Natürliche Säfte ohne Konservierungsstoffe

In entwickelten Kolonien können Kohlenhydrate regelmäßiger angeboten werden, wobei die Menge an Arbeiterinnen und Repleten angepasst wird.

Spender müssen sicher und gegen Ertrinken geschützt sein. Eine unabhängige Quelle sauberen Wassers muss stets vorhanden sein.

Proteine

  • Fruchtfliegen
  • Fliegen
  • Grillen
  • Futterschaben
  • Motten
  • Zerteilter Mehlwurm
  • Andere sichere, gut ernährte Insekten

M. placodops zeigt eine besonders starke räuberische Reaktion und kann kleine lebende Beute effizient fangen.

Gründungen und kleine Kolonien sollten getötete oder zerteilte Insekten erhalten. Etablierte Kolonien können passend große lebende Beute bekommen.

Protein ist für das Wachstum unverzichtbar. Repleten speichern Flüssigkeiten, ersetzen aber nicht die Nährstoffe für die Larvenentwicklung.

Es gibt alte Beobachtungen von Arbeiterinnen mit Samen, doch das Verhalten ist nicht ausreichend bestätigt, um Samen als wesentlichen Nahrungsbestandteil anzusehen.

Diapause

Myrmecocystus placodops bewohnt Regionen mit relativ milden Wintern, die dennoch deutlich kühler als der Sommer sind. In Tucson können Januarnächte kalt sein.

Natürliche Nester reichen jedoch mehrere Meter tief, sodass Königinnen- und Repletenkammern viel geringere Temperaturschwankungen als die Oberfläche erleben.

Empfohlen wird eine milde oder moderate Diapause von etwa 10–12 Wochen bei 14 bis 18 °C.

Starke Kühlung sollte nicht automatisch angewendet werden. Temperaturen unter 12 °C sollten nur bei genau bekannter Herkunft aus kalten Wintergebieten erwogen werden.

Während der Diapause nehmen Eiablage, Brutentwicklung und Außenaktivität ab. Zugang zu Wasser muss immer erhalten bleiben.

Eine kleine Menge Kohlenhydrate kann angeboten werden, wenn Arbeiterinnen aktiv bleiben, doch Repleten sollten nicht ständig nachgefüllt werden. Protein kann bei fehlenden aktiven Larven stark reduziert werden.

Abkühlung und Erwärmung sollten schrittweise erfolgen.

Verhalten in Gefangenschaft

Junge Kolonien können lange verborgen bleiben, doch M. placodops wird mit wachsender Population sehr aktiv.

Im Gegensatz zu vielen nachtaktiven Honigtopfameisen kann sie tagsüber beim Sammeln beobachtet werden. Arbeiterinnen laufen schnell durch den Auslauf und reagieren sofort auf Beute.

Das Auftreten der ersten Repleten markiert den Zeitpunkt, an dem die Kolonie eine dauerhafte Anlage benötigt. Vollständig gefüllte Tiere sollten nicht unnötig bewegt werden.

Halteflächen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Zu glatte, nasse oder kondensationsbedeckte Wände können Stürze verursachen.

Handhabung und Sicherheit

Myrmecocystus placodops besitzt keinen Stachel.

Arbeiterinnen können beißen und Ameisensäure einsetzen, wenn sie eingeklemmt werden oder das Nest direkt gestört wird.

Alle Eingriffe sollten im Voraus geplant und mit Röhrchen, Hilfsbehältern und entomologischen Werkzeugen durchgeführt werden.

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